Suchmaschinen Nutzer verstehen = mehr Traffic

  25. Juni 2017

Uns allen ist bewusst, dass Google und andere Suchmaschinen zweifellos zu den wichtigsten Informationsquellen im Internet zählen. Verbraucher erhalten Antworten auf ihre Fragen, informieren sich, konsumieren und tätigen Käufe. Allerdings stelle ich immer wieder fest, dass viele Website-Betreiber, vor allem im E-Commerce Bereich, nicht wissen, wie und vor allem mittels welcher Methoden, Suchmaschinen Nutzer nach Informationen im Internet suchen.

Aus meiner Sicht ist das eine elementare Wissenslücke, wodurch häufig Rankingpotenziale unerschlossen bleiben. Die Suchmaschinen Nutzer werden z. B. nicht Zielgruppen spezifisch in den Suchergebnissen angesprochen oder die Snippets besitzen keinen Klickreiz. Für Vermarkter, vor allem Suchmaschinenoptimierer (SEO), stellt dies eine große Herausforderung dar.

Durch diesen Artikel wirst Du Suchmaschinen Nutzer besser verstehen, denn ich stelle Arten von Suchanfragen vor. Dadurch kannst Du Deine Website oder Online Shop optimal projektieren und Zielgruppen spezifisch ausrichten, wodurch Du die begehrten Verbraucher besser erreichen kannst.

Warum Suchmaschinen-Nutzer unterschiedlich suchen

Internetnutzer greifen auf Suchmaschinen zurück, weil sie ein Bedürfnis (z. B. „Ich brauche neue Schuhe.„) oder bereits einen konkreten Bedarf (z. B. „Ich möchte mehr über das Schuh-Modell xy erfahren.„) besitzen. Häufig verfeinern sie durch mehrere Such-Abläufe ihre Abfragemuster, bis das Ziel erreicht worden ist.

Ein Internetnutzer kann zunächst nur ein Bedürfnis wahrnehmen, woraus sich während der Informationsbeschaffung ein konkreter Bedarf entwickeln kann, der zu einer Transaktion führt. Dies kann zunächst die Beantwortung einer Frage sein (z. B. „Neue Schuh-Modelle der Marke xy“), welche schließlich durch eine Transaktion (z. B. Online Kauf eines Schuh-Modells) abgeschlossen werden kann. Im zweiten Fall (die sogenannte Transaktionssuche, z. B. „Meind Korfu„) bedienen sich Suchmaschinen Nutzer häufig Preissuchmaschinen (z. B. „Welcher Online Shop bietet das Schuh-Modell xy gerade am günstigsten an?„), wenn ein konkreter Bedarf geweckt worden ist. Das Ziel des Suchmaschinen Nutzers ist immer etwas Bestimmtes zu finden und das möglichst auf geradlinigen Weg und nicht zufällig.

Arten von Suchanfragen

Im Folgenden stelle ich die bekannten Arten von Suchanfragen (Suchmethode) vor.

Navigationssuche

Diese Suchmethode wählen Suchmaschinen Nutzer, wenn sie z. B. zu einer bekannten Website navigieren wollen, die Adresse aber nicht kennen. Die Suchmaschine fungiert in diesem Fall als Telefonbuch. Der Grund einer Navigationssuche könnte sein, dass ein Suchender eine spezielle Adresse (URL) in Erfahrung bringen möchte, um bei der gebuchten Airline online einzuchecken. Navigationssuchen erzeugen häufig hohe Transaktionsraten (Suche nach einer Firma oder Marke).

Beispiele: Dresdner Zwinger, Lufthansa, Allianz, Deutsche Bank, Gmail

Informationssuche

Diese Abfragemethode wird häufig gewählt, wenn ein Suchmaschinen Nutzer eine allgemein bekannte Information benötigt. Informationssuchen erfordern teilweise nicht (mehr) den Besuch der Zielseite, da das Suchmaschinen Snippet bereits ausreichende Informationen bietet. Oder der Suchende führt bis auf das Klicken (Einstieg) und Lesen keine weitere Interaktion aus.

Besonders zu beachten ist der neue Google Knowledge Graph, welcher einen enormen Störfaktor besonders für die organischen Treffer darstellen kann.

Eine Informationssuche kann allerdings (indirekt) finanzielle Mehrwerte für den Website Betreiber bieten, wenn der Suchmaschinen Nutzer seine Abfrage auf Produkte oder Dienstleistungen bezieht. Einerseits, weil hier der Knowledge Graph in der Google Suche (noch) nicht zum Einsatz kommt und andererseits, weil durch ein optimales Suchmaschinen Snippet eine hohe Klickrate erzeugt werden kann. Hier sollte man den Nutzer möglichst schnell für sich gewinnen, z. B. durch eine Registrierung (Newsletter = Kundenbindung).

Beispiele: Wettervorhersage, Wegbeschreibung, Zitat des Tages, Schauspieler im Film xy

Transaktionssuche

Eine Transaktionssuche hat einen sehr hohen Traffic-Wert. Das Ziel des Suchmaschinen Nutzers ist in der Regel, eine Transaktion durchzuführen. Die Suchmethode gewährleistet jedoch nicht zwingend eine finanzielle Einnahme, wie die folgenden Beispiele zeigen.

Beispiele: Online Kauf, Probemitgliedschaft, Einrichtung eines E-Mail Kontos, Restaurantsuche

Adaptive Suche

Suchmaschinen reagieren auf die unterschiedlichen Suchanfragen eines Nutzers und versuchen kausale Zusammenhänge zwischen den einzelnen Suchanfragen zu erkennen. Angenommen ein Suchmaschinen Nutzer sucht in der Google Suche nach „Dresden“ und anschließend „Restaurants“, dann ist es wahrscheinlich, dass die Suchergebnisse der zweiten Abfrage auch Restaurants in Dresden beinhalten.

Die Adaptive Suche bedeutet also, dass Suchmaschinen frühere Suchanfragen berücksichtigen, wenn sie die Ergebnisse der aktuellen Suche zusammen stellen. Derzeit gehen Suchmaschinen behutsam damit um, da zu starke Veränderungen der Ergebnisse Probleme hervorrufen können.

Beispiele: Dresden – Restaurant, New York – Airlines – Hotels – Mietwagen

Mehr Transaktionen durch strategische Planung

Bereits bei der Keyword Recherche, z. B. während der Erstellung eines SEO Manuskripts oder der Erarbeitung der Navigationsstruktur, sollte Wissen über das Suchverhalten der Zielgruppen gewonnen und dieses effizient eingesetzt werden. So können die Seiteninhalte spezifisch für die gewünschten Suchbegriffe (Keywords) einer Zielgruppe ausgerichtet werden.

Ich empfehle bereits bei der Projektion einer Website oder eines Online Shops die Zielsetzung und den finanziellen Wert für jede Seite (bzw. jeden Seitentyp bei E-Commerce Projekten) zu bestimmen. Ich mache das in der Regel durch die Erstellung einer einfachen Matrix. Jeder Seite und folglich jedem Suchbegriff weise ich eine Priorität in der kompletten Navigationsstruktur zu. Anhand dieser Informationen richte ich anschließend die interne Verlinkung (immer in Richtung zur Transaktion, z. B. Produktseite) strategisch aus.

Mittels diesem einfachen Modell kannst Du eine Vielzahl unterschiedlicher Zielgruppen auf einer Website oder einem Online Shop optimal ansprechen, ganz egal ob der Nutzer ein Bedürfnis (z. B. „Ich brauche neue Schuhe.„) oder bereits einen konkreten Bedarf (z. B. „Ich kaufe das Schuh-Model xy.„) besitzt. Zusätzlich kann ein hervorragendes Brandbuilding durchgeführt und für die Firma oder der Marke eine Steigerung der Online Bekanntheit erzeugt werden.

Auszug einer SEO Manuskript-Matrix

KeywordAnfragen/MonatZielsetzungFinanzieller WertInterne Priorität
Globetrotter Dresden2.900Navigationniedrig1
Wanderstiefel1.600Informationmittel2
Meindl Wanderstiefel58Informationmittel2
Meindl Korfu12Transaktionhoch3

Fazit

Kluge Suchmaschinenoptimierer projektieren eine Website oder einen Online Shop strategisch. Dabei helfen Analysen zum Nutzerverhalten der potenziellen Zielgruppen enorm. Thematisch möglichst breitbandig (trotzdem themenrelevant) ausgerichtete Websites und Online Shops besitzen das höchste Transaktionspotenzial. Wer sich immer noch unsicher ist, dem empfehle ich mal bei den großen Playern (Authorities) abzuschauen, denn sie ranken nicht ohne Grund so gut.

  25. Juni 2017   Jens Fröhlich   Gepostet in: SEO Allgemein  

Kommentare(3)

  • Michael
    5. Februar 2013, 15:27  Antworten

    Wow. Danke für den Super Artikel. Wirklich interessant zu lesen wie du vorgehst! Vor allem die Manuscript Matrix hat es mir angetan. Denke das werde ich bei dem ein oder anderen Projekt von mir auch umsetzen.

    Michael
    Websitestartup

    • Jens Fröhlich
      5. Februar 2013, 15:31

      Hallo Michael,

      besten Dank für Dein Lob. Klar teste mal die SEO Manuskript Matrix aus. Bei umfangreichen Projekten kannst du sie um gewünschte Metriken (Anzahl eingehender Links, Anzahl ausgehender Links, Meta Informationen, etc.) erweitern. So hast du jederzeit einen Überblick zum Projekt.

      VG Jens

  • Suchmaschinen
    7. Februar 2013, 13:09  Antworten

    Sehr guter Artikel, hat mir sehr viel geholfen. Vielen Dank dafür.

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