XXL Praxisguide zur Google Bilder Optimierung

Bei meinem letzten SEO Training war die Google Bildersuche ein wichtiges Thema und die Teilnehmer baten mich, ein paar Fakten als Whitepaper zur Verfügung zu stellen. Kurzum habe ich entschieden, diese auch für meine Blog-Leser als Artikel anzubieten. Erfahre jetzt, wie Du Bilder für die Bildersuche effektiv optimierst.

Google Bilder Optimierung - Header

Traffic-Boost durch Bilder SEO

Google Bildersuche - Innenstadt DresdenIm Vergleich zum Indexieren von HTML Seiten mit umfangreichem Textinhalt, ist die Interpretation der Bilder für Suchmaschinen schwieriger. Google experimentiert bereits mit Algorithmen der künstlichen Intelligenz, um die Erkennung von Bild-Inhalten zu verbessern. Suchmaschinen wie Google benutzen zum Beispiel Software zur Inhalts-Erkennung, um feststellen zu können, was ein Bild darstellt. Diese Technologien sind zukunftsfähig, allerdings haben sie noch hohe Fehlerquoten – wie beim Lesen von Wörtern, wenn viele Buchstaben eng zueinander stehen. Aus diesem Grund hängt der Erfolg bei der Optimierung für die Bildersuche noch davon ab, wie die Rankingfaktoren der Suchmaschinen optimiert werden. Dies schließt eine solide Suchmaschinenoptimierung ein, bestehend aus OnPage Optimierungen sowie technisches SEO.

Dem Googlebot-Image müssen also möglichst viele Informationen geboten werden, denn Google gibt seine Algorithmen nicht preis. Deshalb müssen wir die wenigen Hinweise beachten, die uns Google bietet. Ab dann sind wir auf uns gestellt. Doch SEO basiert auf Reverse Engineering und viele Optimierer und Tool-Anbieter erstellen Tests und Statistiken, die interessante Insights gewähren, wie die Bilder-Suchalgorithmen funktionieren könnten und welche Rankingfaktoren für eine hohe Reichweite in der Google Bildersuche beachtet werden sollten. Im Folgenden erhältst Du hilfreiche Optimierungstipps für die Google Bildersuche.

Pflicht-Optimierungen für die Google Bildersuche

Crawl- und Indexierbarkeit

Bot-Crawler - IconGewährleiste, dass Bilder und Bild-Verzeichnisse auf dem Webserver nicht durch Anweisungen der robots.txt-Datei blockiert werden. In der robots.txt kannst Du angeben, welche Ressourcen (HTML Seiten, Bilder, Videos, PDF, etc.) einer Website von Bots nicht verarbeitet werden dürfen. Diese Anweisungen dienen für eine optimale Crawlbarkeit von Suchmaschinen-Bots. Werden wichtige Bilder blockiert, können diese nicht verarbeitet werden und nicht ranken. Deshalb ist wichtig, dass der User agent „Googlebot Image“ alle wichtigen Bilder verarbeiten darf. Grundsätzlich muss der Googlebot-Image nicht eingeschränkt werden, siehe Beispiel. Tipp: Verwende die Rendern-Funktion und den robots.txt-Tester der Google Search Console.

Beispiel

Diese robots.txt-Anweisung gewährt dem Googlebot-Image uneingeschränkten Zugriff:

Alternativtext (Alt-Tag)

Auge-Sehschwäche - IconVerwende für jedes Bild einen einzigartigen, aussagekräftigen Alternativtext. Er hilft Sehbehinderten, den Kontext eines Bildes zum umliegenden Text zu verstehen. Der Alternativtext kann in Browsern für Sehbehinderte Nutzer (Lynx) statt des Bildes angezeigt bzw. vorgelesen werden. Definiere den Alternativtext (alt=““) kurz und individuell anhand von zwei bis drei Worten, die das Bild gut beschreiben.

Wenn Du Dich mit HTML Quellcode nicht auskennst, kannst Du den Alternativtext auch in vielen CMS und Shopsystemen in den Bild-Eigenschaften anlegen. Der Aufwand bei großen Websites und Shops ist umfangreich aber lohnenswert.

Bild-Alternativtext vergeben bei WordPress
Bild-Alternativtext vergeben bei WordPress

XML Bilder-Sitemap

XML-File - IconWerden Bilder in einer Bilder Sitemap aufgelistet, kann das zu einer schnelleren Suchmaschinen-Indexierung führen. Verlinke alle statischen Content-Bilder in einer Bilder Sitemap und reiche diese in der Google Search Console ein.
Für Online Shops ist es ratsam, die Sitemap regelmäßig zu aktualisieren. Stelle sicher, dass nur Bilder von HTML Seiten verlinkt sind, die einen HTTP Statuscode 200 liefern und keine andere URL kanonisieren. In der Praxis ist es üblich, dass XML Sitemaps täglich vom System automatisch in der Nacht aktualisiert werden.

Beispiel

Basis-Optimierungen für die Google Bildersuche

Dateiname

Name Badge - IconGewährleiste, dass der Dateiname den Inhalt des Bildes durch wenige Worte beschreibt, denn grundsätzlich ranken Bilder nur zu Keywords, die im Dateinamen verwendet werden. Bereits vor dem Upload in das CMS bzw. Shopsystem sollte das Bild einen sprechenden Dateinamen erhalten, der aus wenigen Worten (Kleinbuchstaben) besteht, die durch Bindestriche getrennt sind. (Beispiel: katze-mit-wollknaeuel.jpg ) Für Template-Icons, die Du in globalen Inhaltselementen verwendest, brauchst Du nicht so viel Aufwand betreiben, denn mit diesen beabsichtigst Du sicher keine Top-Rankings in der Bildersuche. Schließe diese Icons aber nicht von der Verarbeitung durch Suchmaschinen-Bots aus, weil das zu Differenzen beim Rendern von HTML Seiten führt.

Bildtitel (title-Attribut)

Bild mit Bildtitel - IconDer Bildtitel bzw. das title-Attribut ist laut W3C ein optionales Attribut im HTML Quellcode. Es wird angezeigt, wenn der Nutzer den Mauszeiger/Cursor auf der HTML Seite über das Bild bewegt. (Bei Mobilgeräten, die mit dem Finger bedient werden, steht diese Funktion nicht bereit.) Es ist empfehlenswert einen Bildtitel zu vergeben, wenn das Bild erklärungsbedürftig ist bzw. wenn keine Bildunterschrift (Beschreibungstext unter dem Bild) verwendet wird. Der Besucher erhält hilfreiche Zusatzinformationen, die bei der Interpretation unterstützen. Hier können auch Copyright-Informationen hinterlegt werden. Ein Bildtitel bietet sich besonders bei Grafiken an, die Diagramme oder statistische Daten darstellen.

Bildunterschrift

Bild mit Bildunterschrift - IconErfahrungsgemäß hilft es der Suchmaschine bei der Interpretation des Bildes, wenn eine Bildunterschrift verwendet wird. Achte darauf, dass Bildunterschrift, Dateiname und Alternativtext eine identische Hauptaussage besitzen.
Die Bildunterschrift sollte den Inhalt des Bildes in wenigen Worten wiedergeben, zum Beispiel Katze Mimi spielt mit Wollknäuel. Diese Informationen helfen Nutzern mit Sehbehinderung, die Bilder in ihrem Browser ausgeblendet haben. Ebenso profitieren Suchmaschinen von einer Bildunterschrift, weil diese weitere Informationen erhalten, um das Bild besser bewerten zu können. Viele CMS und Shopsysteme bieten die Möglichkeit, eine Bildunterschrift in den Bilder-Eigenschaften im Backend zu ergänzen.

Text in unmittelbarer Bild-Umgebung

Bild mit umschließenden Text - IconDer Bild-umschließende Text sollte aus SEO-Sicht thematisch relevant zu den Bild-Angaben sein. Je näher das Hauptkeyword, Synonyme und Varianten im unmittelbaren Text platziert werden, desto besser. Die redaktionelle Relevanz sollte jedoch keine besondere Anforderung sein, denn Bilder werden doch themenbezogen eingesetzt: Wenn also ein Textabschnitt die Vorzüge eines Kratzbaumes für Katzen beschreibt, sollte ein Bild von einem Kratzbaum auch in Textnähe eingebunden werden. Diverse Tools helfen bei der Content-Optimierung, wie Searchmetrics Content Experience – ein mächtiges Werkzeug mit Content Editor, der auf diese Optimierungsfaktoren hinweist.

Mehrfachverwendung

Mehrfachverwendung eines Bildes - IconWird ein Bild auf einer Website mehrfach verwendet, scheint Google das als positives Signal zu bewerten. Angenommen eine Website stellt viele Beiträge zu einem Themenkomplex bereit, dann ist es häufig unvermeidbar, dass sich Inhalte auf den Seiten überschneiden. Für Besucher ist es hilfreich, wenn diese Texte durch Bilder aufgewertet werden, so dass Bilder auf mehreren HTML Seiten einer Website verwendet werden können. Bis ein gut optimiertes Bild in der Bildersuche eine Top-Platzierung erreicht, dauert es etwa 12 Monate. Durch Mehrfachverwendung kann eine gute Position des Bildes in der Bildersuche spürbar beschleunigt werden.

Ordner-Struktur und Speicherort

Ordner-Struktur und Speicherort - IconBilder empfehle ich grundsätzlich nicht in demselben Webserver-Verzeichnis zu speichern, in dem Du auch Werbung ablegst. Suchmaschinen-Algorithmen könnten diese Bilder ignorieren, ebenso wie sie auch Navigationsgrafiken ignorieren könnten. Nach meiner Bewertung ist es besser, Bilder hierarchisch abzulegen. Besonders für große Websites und Online Shops bietet es sich an, die Seitenarchitektur abzubilden: Wichtige Kategorien und Unterkategorien können hierarchisch auf dem Webserver nachgebildet werden. In diese Ordner sollten die Bilder kontextbezogen auf dem Webserver gespeichert werden. Vermeide zu viele Verschachtelungen, damit die Bild-URL nicht zu lang wird.

Dateityp (JPG-GIF-PNG)

Dateityp JPG - IconFür die Platzierung in der Google Bildersuche ist es unerheblich, welchen Dateityp ein Bild besitzt. Grundsätzlich sollten Bilder und Fotografien mit vielen Farben, starken Kontrasten und Schattierungen als JPG-Datei gespeichert werden. Der Dateityp GIF bietet sich für Animationen (z. B. Werbebanner, Teaser) an und Bilder mit Transparenzen (z. B. Logos) oder Diagrammen bzw. Texten sollten als PNG (24-bit) gespeichert werden. Ich konvertiere meine Bilder mit Adobe Lightroom. Sollte Dir das Kleingeld dafür fehlen, kannst Du den Dateityp für bestehende Bilder auch mit diesem Online Tool kostenfrei konvertieren. Achte dabei auch auf die Dateigröße des Bildes.

Dateitypen im Überblick: JPG versus GIF versus PNG

Bildgröße (Kantenlänge)

Bildgröße-Kantenlänge - IconGoogle bevorzugt offenbar Bilder mit einer Mindest-Kantenlänge von 300 Pixel. Du solltest Bilder verwenden, die nicht zu klein und nicht zu groß sind. Ich optimiere Content-Bilder zum Beispiel auf eine Kantenlänge zwischen 300 und 1.200 Pixel.
Vermeide es, riesige Bilder auf dem Webserver zu speichern und sie vom Browser auf die gewünschte Größe zu skalieren, weil dieser Prozess unnötig viel Ladezeit kostet und die HTML Dateigröße aufbläht. Nutzer mit Mobilgeräten verlassen bei langen Ladezeiten (> 5 Sekunden) Deine Seite und diese negativen Nutzersignal können sich zukünftig spürbar auf die Platzierung der Seite in der Suchmaschine auswirken.

Größenangaben (width / height)

Platzhalter für Bild - IconDurch die Größenangaben (width / height) eines Bildes im HTML Quellcode kann der Browser die HTML Seite schneller rendern, wodurch sich die Ladezeit verkürzen kann. Dauert das Laden des Bildes zu lange, berechnet der Browser einen Platzhalter für das Bild entsprechend seiner Breite und Höhe. Sind alle Inhalte geladen, lädt der Browser das Bild nach. Der Nutzer kann die Seite während des Ladevorgangs bereits nutzen – positiv für die User Experience. Einen direkten Einfluss auf das Ranking in der Bildersuche haben die Größenangaben eines Bildes jedoch nicht.

Beispiel

Bildformat (Seitenverhältnis)

Bildformat - IconBilder werden in drei Bildformaten im Web dargestellt: Im Quadrat, im Hochformat und im Querformat. Viele digitale Kameras bieten die Möglichkeit, das Seitenverhältnis eines Fotos zu wechseln, z. B. von 4:3 auf 3:2, wobei die Kampera oben und unten zwei dunkle Balken darstellt. Dadurch wirkt das Bild etwas flacher. Beliebt ist auch das stark gestreckte Panorama-ähnliche 16:9-Format, dass sich im TV und bei Videokameras durchgesetzt hat. Für Landschaften bietet sich das 16:9-Format an. Laut aktuellem Kenntnisstand erzeugen Bilder im 4:3 Querformat in der Google Bildersuche offenbar die größte Aufmerksamkeit. Durch Verwendung dieses Bildformats erhöhst Du die Wahrscheinlichkeit von Klicks in der Google Bildersuche, wobei diese Empfehlung nicht statisch ist. Google entwickelt sich schließlich auch weiter.

Dateigröße

Bild-Dateigröße komprimieren - IconBei einer Datenkompression von Bildern werden bestehende Daten in eine vollständig rekonstruierbare Form überführt, um den Speicherplatz zu verringern oder es werden Bilddaten entfernt, ohne optische Verluste zu erzeugen (verlustfreie versus verlustbehaftete Kompression). Dabei wird zwischen verschiedenen Techniken der Bildkompression unterschieden. Für die Komprimierung bestehender Bilder fürs Web empfehle ich die Online Software TinyPNG bzw. TinyJPG, die übrigens auch als Photoshop-Plugin angeboten wird. Die Software verwendet intelligente verlustbehaftete Komprimierungstechniken, um die Dateigröße spürbar zu reduzieren. Durch selektives Verringern der Anzahl von Farben im Bild sind weniger Bytes erforderlich, um die Daten zu speichern. Der Effekt ist fast unsichtbar, aber es macht einen sehr großen Unterschied in der Dateigröße.

Optionale Optimierungen für die Google Bildersuche

Backlinks

Backlinks IconDie Anzahl und Qualität von Backlinks hat einen spürbaren Einfluss auf das Ranking eines Bildes in der Bildersuche. Natürlich sollten Links organisch entstehen und von themenrelevanten Quellen stammen. Ich bleibe bei meinem Beispiel: Wenn das Bild katze-mit-wollknaeuel.jpg beispielsweise von einem Tierheim verlinkt wird, aus dem die Katze stammt, wäre das ein positives Signal. Je mehr gute Backlinks, desto schneller und besser wird das Bild ranken.
Die Verlinkung von Bildern zählt zu den wenigen SEO Signalen von Bildern, die man nur schwer beeinflussen kann bzw. sollte.

EXIF-Daten

EXIF-File IconModerne Digitalkameras speichern für jedes Foto EXIF-Daten ab. EXIF steht für Exchangeable Image File und umfasst Daten, die Informationen zur Fotokamera und zum Foto liefern: Hersteller und Kameratyp, Fotoprogramm, Blende, Belichtungszeit, ISO-Wert, Brennweite, Auflösung, Bildkompression, Dateityp, Weißabgleich, Blitz-Modus und vieles mehr. Mit dem kostenfreien Tool EXIF Viewer (Windows) kannst Du die EXIF-Daten Deiner Fotos betrachten. Auf dem Mac kannst Du sie im Finder betrachten, wenn du ein Foto anklickst und „cmd“ + „i“ drückst. Google kann EXIF-Daten auslesen. Für Rankings in der Bildersuche scheinen diese aktuell nicht wichtig zu sein.

Literatur-Empfehlungen

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