Lesbarkeitsindex ermitteln und Textschwierigkeit messen

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  14. August 2019

Content-Qualität zählt für die Google Suche zu den wichtigsten Ranking-Signalen. Nicht nur Textinhalt ist für gute Suchmaschinen-Platzierungen wichtig. Auch die Lesbarkeit und Textschwierigkeit des Inhalts wirkt sich auf die Suchmaschinen-Platzierungen aus. Erfahre jetzt, worauf Du bei der Textproduktion und -optimierung achten musst.

Lesbarkeitsindex (LESIX) ermitteln

In der SEO wird Content-Qualität immer wichtiger. Inhalte sollten gut recherchiert sein und den Informationsbedarf des Lesers stillen. Websites mit minderwertigen Inhalten werden zukünftig in Suchmaschinen nicht mehr gut ranken. Sie werden vom Wettbewerb verdrängt, denn dieser schläft bekanntlich nicht. In dem Zusammenhang ein Tipp: Ruhe Dich nicht auf Deinen publizierten Texten aus. Bewerte sie in regelmäßigen Abständen inhaltlich und nehme Optimierungen vor, wenn erforderlich.

Diverse Metriken helfen Dir dabei, die Textschwierigkeit zu ermitteln. Jedoch bewerten sie nicht den Inhalt eines Textes, sondern das Textverständnis. Der Lesbarkeitsindex kann durch verschiedene Metriken berechnet werden:

Flesch-Reading-Ease

Der Flesch-Reading-Ease (Flesch-Grad) gibt an, wie verständlich ein Text ist. Der Wert basiert auf einer Skalierung von 0 bis 100. Je höher der Flesch-Grad ist, desto verständlicher ist der Text. Empfehlenswert ist ein Flesch-Wert von 60 und höher. Als Grundlage des Flesch-Reading-Ease gilt: Kurze Wörter und Sätze sind verständlicher.

Seine Bezeichnung stammt von Rudolf Flesch. Er entwickelte den Lesbarkeitsindex in den vierziger Jahren an der Columbia University (New York, USA). Heute gilt der Flesch-Score als Referenz-Metrik in der Textanalyse.

Flesch-WertGradBeschreibungSilben pro 100 WörterDurchschnittliche Satzlänge
90-1005sehr einfach1238
80-906einfach13111
80-807ziemlich einfach13914
60-708-9Standard14717
50-6010-12ziemlich schwierig15521
30-50Hochschul-Niveauschwierig16725
0-30Hochschul-Absolventsehr schwierig19229

Flesch-Kincaid-Grade

Flesch-Kincaid transformiert den Flesch-Reading-Ease in die Anzahl der Schuljahre, die ein Leser benötigt, um einen Text zu verstehen. Er ist auf das US-amerikanische Schulsystem abgestimmt und nur bedingt in Deutschland anwendbar. Im Vergleich zum Flesch-Reading-Ease hat die Satzlänge einen größeren Einfluss. Allerdings ist bei beiden Metriken die Wortlänge ausschlaggebend.

Angenommene JahrgangsstufeGradDurchschnittliche Anzahl Wörter pro SatzDurchschnittliche Anzahl Silben pro WortScore
4sehr einfach8 oder weniger1.23 oder weniger90-100
5einfach111.3180-90
6ziemlich einfach141.3970-80
7/8Standard171.4760-70
High Schoolziemlich schwierig211.5550-60
High Schoolschwer251.6730-50
Collegesehr schwer29 oder mehr1.92 oder mehr0-30

Gunning-Fog-Index

Der Gunning-Fog-Index ähnelt dem Flesch-Kincaid-Grade-Level stark. Er gibt ebenfalls die Anzahl der Schuljahre an, die ein Leser absolviert haben muss, um den Text zu verstehen.

Wiener Sachtextformel

Die Wiener Sachtextformel berechnet die Textschwierigkeit deutschsprachiger Texte. Sie berechnet die Schulstufe, die ein Leser besitzen sollte, um einen Text zu verstehen. Die Skala beginnt bei Schulstufe 4 (sehr leicht) und endet bei Stufe 15 (sehr schwer). Die Textschwierigkeit wird aus dem Verhältnis von Satzlänge, Wortlänge und Anteil ein- und mehrsilbiger Wörter berechnet. Heute gibt es vier Wiener Sachtextformeln.

Online Editoren

Anhand ihrer Formeln können die verschiedenen Metriken berechnet werden. Das ist kompliziert und geht einfacher. Empfehlenswerte freie Online-Editoren zur Textanalyse:

Es gibt verschiedene kostenpflichtige Editoren zur Bewertung der Textschwierigkeit – allen voran grammarly und ProWritingAid. Allerdings sind die Anwendungen nur für englischsprachige Texte ausgerichtet, schade.

Seit kurzem verwende ich den Hemingway Editor, den es als gratis Online App und als Desktop-Editor gibt. Hilfreich ist Hemingway bei der Optimierung der Redability –
und das zu einem bedeutend günstigeren Preis als grammarly und ProWritingAid aufrufen.

Hemingway Editor

Hemingway nutze ich bei der Textproduktion meiner Blog-Beiträge. Die Software weist auf schwer lesbare Sätze (gelb) und auf sehr schwer lesbare Sätze (orange) hin. Jedoch hat Hemingway bisher nicht auf Phrasen hingewiesen, die durch leicht-verständliche Synonyme (violett) ersetzen werden sollten. Ebenso nicht auf Phrasen, die im Passiv formuliert sind oder Adverbien. Das funktioniert offenbar nur in englischen Texten.

Somit hilft mir die Hemingway App nur bei der Bewertung schwer verständlicher Sätze, etwa wenn sie zu lang oder verschachtelt sind. Ebenso verfügt die App über eine deutsche Rechtschreibkorrektur.

WordPress Plugins

Die Berechnung vom Lesbarkeitsindex ist vor allem für Blogger hilfreich. Das populärste CMS für Blogger ist WordPress. Ich habe mich intensiv mit der Thematik beschäftigt. Für deutschsprachige Blogger habe ich nur ein Plugin gefunden, dass mir gefällt: Das Yoast SEO Plugin bietet einen Readability Check basierend auf dem Flesch Reading Ease-Score. Allerdings verwende ich Yoast nicht, weil ich die Usability umständlich finde. Bisher habe ich kein WordPress-Plugin gefunden, das mich überzeugt.

Yoast SEO

Textanalyse-Editor von SEO Tools

Viele SEO Tools bieten Möglichkeiten zur Textanalyse. Beispielhaft sind Sistrix Toolbox, Ryte und Searchmetrics. Sie berechnen die Lesbarkeit auf Basis verschiedener Metriken. Wenn Du also eines dieser SEO Tools verwendest, empfehle ich Dir den Editor mal anzuschauen.

Quellen

  14. August 2019   Jens Fröhlich   Gepostet in: OnPage SEO, SEO Allgemein   Schlagwörter: , ,  

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