Lesbarkeitsindex berechnen

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  25. April 2023

Der Mehrwert den der Seiteninhalt einem Besucher vermittelt, dessen Wahrheitsgehalt, Aktualität, Umfang, thematischer Fokus wirken sich direkt auf den SEO-Erfolg aus. Auch Lesbarkeit und Textschwierigkeit beeinflussen die Suchmaschinen-Platzierungen. Dieser Beitrag stellt Verfahren vor, um die Lesbarkeit eines Textes formal zu bestimmen.

Laptop Website mit Text - Lesbarkeit berechnen @iStock-1429201424

Der Lesbarkeitsindex (LESIX) ist ein Maß für die Verständlichkeit eines Textes. Er gibt an, wie leicht oder schwer ein Text für eine bestimmte Zielgruppe zu lesen ist. Formeln ermöglichen es, den Lesbarkeitsindex zu berechnen. Dieser Beitrag stellt gebräuchliche Formeln zur Berechnung des Lesbarkeitsindex vor.

Wiener Sachtextformel (WSF)

Die Wiener Sachtextformel berechnet die Textschwierigkeit deutschsprachiger Texte. Sie bestimmt die Schulstufe, die ein Leser besitzen sollte, um einen Text zu verstehen. Die Skala beginnt bei Schulstufe 4 (sehr leicht) und endet bei Stufe 15 (sehr schwer).

Die Textschwierigkeit wird aus dem Verhältnis von Satzlänge, Wortlänge und Anteil ein- und mehrsilbiger Wörter berechnet. Ein WSF-Wert von 4 entspricht einem sehr leicht verständlichen Text, wohingegen der Wert 15 einen sehr schwer verständlichen Text bezeichnet. Es gibt vier Wiener Sachtextformeln.

WSF Berechnung
Erste WSF WSTF₁ = 0,1935 x MS + 0,1672 x SL + 0,1297 x IW – 0,0327 x ES – 0,875
Zweite WSF WSTF₂ = 0,2007 x MS + 0,1682 x SL + 0,1373 x IW – 2,779
Dritte WSF WSTF₃ = = 0,2963 x MS + 0,1905 x SL – 1,1144
Vierte WSF [1] WSTF₄ = = 0,2744 x MS + 0,2656 x SL – 1,1693

[1] im Hinblick auf die Jahrgangsstufe

  • MS = Prozentanteil der Wörter mit drei oder mehr Silben,
  • SL = mittlere Satzlänge (Anzahl Wörter)
  • IW = Prozentanteil der Wörter mit mehr als sechs Buchstaben
  • ES = Prozentanteil der einsilbigen Wörter

Flesch Reading Ease (Flesch-Index)

Der Flesch Reading Ease ist eine Formel zur Bestimmung der Lesbarkeit von Texten, die im Jahr 1948 von Rudolf Flesch an der Columbia University (New York, USA) entwickelt wurde. Sie misst, wie einfach oder schwierig ein Text für den durchschnittlichen Leser verständlich ist. Die Formel basiert auf der Anzahl der Wörter, Sätze und Silben in einem Text und gibt einen Wert zwischen 0 und 100 an. Höhere Werte bedeuten eine bessere Lesbarkeit. Niedrigere Werte deuten auf einen schwer verständlichen Text hin. Allgemein ist ein Wert von etwa 60 bis 70 empfehlenswert.

Die Flesch-Reading-Ease ist in ihrer Berechnung auf die englische Sprache abgestimmt: FRE = 206,835 – (1,015 x ASL) – (84,6 x ASW)

  • ASL = durchschnittliche Satzlänge (Average Sentence Length): Anzahl der Wörter im Text geteilt durch die Anzahl der Sätze des Textes
  • ASW = durchschnittliche Silbenanzahl pro Wort (Average Number of Syllables per Word): Silbenanzahl des gesamten Textes geteilt durch die Anzahl der Wörter im Text
Flesch-Wertenglisch Lesbarkeit Flesch-Index
90-100 sehr einfach 5
80-90 einfach 6
80-80 ziemlich einfach 7
60-70 Standard 8-9
50-60 ziemlich schwierig 10-12
30-50 schwierig Hochschul-Niveau
0-30 sehr schwierig Hochschul-Absolvent

Wikipedia schreibt, dass Toni Amstad die Formel auf die deutsche Sprache übertragen konnte. Jedoch musste vor allem der Wortfaktor neu berechnet werden, weil deutsche Wörter häufig länger sind als englische, während die Sätze etwa gleich lang sind. Die Definition seiner Formel: FREdeutsch = 180 – ASL – (58,5 x ASW)

Eine Klassifizierung für die grobe Einordnung bezogen auf das Alter bzw. die Ausbildung in deutscher Sprache:

Flesch-Wertdeutsch Lesbarkeit Verständlich für
90–100 sehr leicht 11-jährige Schüler
80–90 leicht
70–80 mittelleicht
60–70 mittel 13–15-jährige Schüler
50–60 mittelschwer
30–50 schwer
0–30 Sehr schwer Akademiker

Flesch-Kincaid-Grade

Flesch-Kincaid transformiert den Flesch Reading Ease in die Anzahl der Schuljahre, die ein Leser benötigt, um einen Text zu verstehen.

Die Berechnung ist auf das US-amerikanische Schulsystem abgestimmt und nur bedingt in deutscher Sprache anwendbar. Im Vergleich zum Flesch-Index hat die Satzlänge einen größeren Einfluss. Allerdings ist bei beiden Formeln die Wortlänge ausschlaggebend.

Angenommene Jahrgangsstufe Grad Durchschnittliche Anzahl Wörter pro Satz Durchschnittliche Anzahl Silben pro Wort Score
4 sehr einfach 8 oder weniger 1.23 oder weniger 90-100
5 einfach 11 1.31 80-90
6 ziemlich einfach 14 1.39 70-80
7/8 Standard 17 1.47 60-70
High School ziemlich schwierig 21 1.55 50-60
High School schwer 25 1.67 30-50
College sehr schwer 29 oder mehr 1.92 oder mehr 0-30

Gunning-Fog-Index

Der Gunning-Fog-Index ähnelt dem Flesch-Kincaid-Grade-Level stark. Er gibt ebenfalls die Anzahl der Schuljahre an, die ein Leser absolviert haben muss, um einen Text zu verstehen. Die Berechnung ist auf die englische Sprache und in seiner Interpretation auf das US-amerikanische Schulsystem abgestimmt. Die Formel für den Gunning-Fog-Index lautet:

  • W = Anzahl der Wörter im Text
  • S = Anzahl der Sätze im Text
  • D = Anzahl aller Wörter im Text mit mindestens drei Silben

Online Editoren

Mit verschiedenen kostenpflichtigen Editoren kann man den Lesbarkeitsindex ermitteln, ohne eine Formel zu berechnen – wie grammarly oder ProWritingAid. Allerdings sind beide Anwendungen bisher nur in englischsprachige Sprache verfügbar.

Ich verwende gern den Hemingway Editor, den es als gratis Online App und als Desktop-Editor gibt. Hemingway unterstützt bei der Bewertung der Lesbarkeit unter Verwendung des Automated Readability Index (Info).

Hemingway Editor

  25. April 2023   Jens Fröhlich  

Kommentare(1)

  • Peter
    23. Juni 2020, 12:08  Antworten

    Hallo Jens,

    schöner Beitrag. Eventuell ist das freie Flesch Index Berechnungstool für die Leser interessant: https://fleschindex.de/

    Grüße
    Peter

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