Searchmetrics Suite › Link Optimization

Die Searchmetrics Suite umfasst ein weitreichendes und stetig wachsendes multilinguales Tool-Paket für die Bereiche SEO, Content-Marketing, Social Media. Damit sind tiefgreifende und aufschlussreiche Analysen zur Verbesserung der Online-Sichtbarkeit möglich. Aus der SEO-Perspektive stelle ich in diesem Beitrag die „Link Optimization“ der Searchmetrics Suite vor.

Searchmetrics Suite

Wer kann Searchmetrics Link Optimization nutzen?

Um die Link Optimization nutzen zu können, benötigt man eine Searchmetrics Enterprise-Lizenz ab 2014. Alle Besitzer können auf die Funktionen zur Optimierung interner Links zugreifen, wenn ein Projekt angelegt und dieses mindestens ein Mal gecrawlt worden ist. Im Setup des Projektes muss man „Interne Verlinkung analysen“ anklicken. Die Berechnung ist bis zum 29.02.2016 kostenlos.

Für wen eignet sich die Link Optimization?

Die Link Optimization eignet sich besonders für große Websites und Online Shops mit mehreren tausend indexierbaren Seiten. Denn je nach gewähltem Content-Modell (Siloing versus Ontologie) müssen Seiten oft bis in tiefste Hierarchien gezielt mit Linkjuice durchblutet werden, um die Rankingpotenziale bestmöglich auszuschöpfen. Je mehr Seiten bestehen und indexiert werden, desto schwieriger und komplexer wird das.

Warum sollte die interne Linkstruktur optimiert werden?

Vereinfacht gesagt stellt jede Seite einen Knotenpunkt im Linkprofil einer Website dar. Besitzt eine Website zum Beispiel 1.957 Seiten, so entspricht das der selben Anzahl Knoten. Diese Knoten können durch interne Links erreicht werden. Links sind Einstiegs- oder Ausstiegspunkte zu einem Knoten. Je nachdem wie diese Knoten miteinander verlinkt sind, entsteht ein strukturiertes oder chaotisches Linkprofil. Je strukturierter die Verlinkung aller Knoten ist, desto zielführender und nachvollziehbarer kann der Linkjuice – also die Qualität und Reputation – durch Knoten fließen und verteilt werden. Es ist also möglich, wichtige Knoten im Linkprofil zu bevorzugen, indem man sie öfter verlinkt. Dabei ist relevant, von welchen Seiten sie direkt verlinkt sind und wieviele ausgehende Links sie besitzen.

Linkstruktur Beispiele
Linkstruktur Beispiele

Das Beispiel der beiden Linkstrukturen zeigt, wie unterschiedlich Seiten (Knoten) intern verlinkt sein können und wie sich daraus Klickpfade ergeben. Die Linkstruktur B eignet sich besser für eine Durchblutung aller Knoten mit Linkjuice und bietet Nutzern kürzere Klickpfade zu hierarchisch tief liegenden Seiten. In Online Shops stellen besonders Produktseiten solche Knoten dar, die mit ausreichend Linkjuice durchblutet werden müssen. Die Berechnung der Linkjuice-Verteilung, Qualität und Vertrauenswürdigkeit erfolgt anhand komplexer Algorithmen, die von modernen Suchmaschinen genutzt werden, wie etwa:

Ein schlecht optimiertes internes Linkprofil verursacht:

  • lange Klickwege für Nutzer, die schneller zum Ausstieg neigen.
  • weniger Umsatz durch ungünstige Klickwege.
  • selten verlinkte Seiten, die Nutzer nicht besuchen und keine Rankings generieren.
  • Linkjuice-Verluste durch Broken Links oder unnötige Weiterleitungen.
  • schlechtere Suchmaschinen-Rankings.

Die Searchmetrics Suite Link Optimization bietet Möglichkeiten, interne Linkprofile zu analysieren und dahingehend zu bewerten, welche Seiten die höchsten Potenziale besitzen und wo Rankings unnötig verschenkt werden. Besonders bei der Suchmaschinenoptimierung komplexer Websites und großer Shops lohnt sich eine Analyse und Optimierung der internen Linkstruktur.

Die nächsten Inhalte stellen die einzelnen Funktionen und Widgets der Searchmetrics Link Optimization vor. Diese erkläre ich Schritt für Schritt.

Schritt 1: Projekt erstellen

Für diesen Beitrag habe ich ein neues Projekt erstellt. Ich habe mich für die Domain nubert.de entschieden und alle Adressen ab dem Stammverzeichnis http://www.nubert.de/ aus Sicht des Googlebot gecrawlt. Der Crawl muss unter „Interne Verlinkung analysieren“ ausgewählt werden. Ergänzend habe ich dem Projekt 220 relevante Keywords hinzugefügt.

Die Nubert Speaker Factory fertigt und vertreibt HiFi und Surround Lautsprecher, die nur im Direktvertrieb per Versandhandel oder im eigenen Geschäft erhältlich sind. Das erfolgreiche Unternehmen von Günther Nubert – mit Sitz in Schwäbisch-Gmünd – gewinnt regelmäßig audio-Leserwahlen und erzielt Spitzenpositionen in unabhängigen Tests. Günther Nubert setzt mit seinem Team hohe Maßstäbe in der Lautsprecher-Produktion.

Nubert Speaker Factory
Nubert Speaker Factory

Schritt 2: Projekt auswählen und Link Optimization öffnen

In der Searchmetrics Suite angemeldet, wählt man ein Projekt aus und klickt im Flyout-Menü auf „INTERNAL LINKS“ unter „OPTIMIZATION“:

Internal Links // Searchmetrics Suite
Internal Links // Searchmetrics Suite

Im Folgenden werde ich die Widgets und Graphen des Dashboards, also der Einstiegseite der Link Optimization, vorstellen.

Überblick

Im oberen Bereich befindet sich eine Helikopter-Ansicht mit wichtigen Kennzahlen. Durch Hovern auf eines der ersten drei Widgets erscheint ein Link „Details anzeigen“. Durch Klicken gelangt man zum Detail-Report – dazu später mehr.

Internal Links > Überblick // Searchmetrics Suite
Internal Links > Überblick // Searchmetrics Suite

  1. Broken Links: Links zu Seiten, die nicht erreichbar sind und einen Headercode 4xx liefern. Nicht erreichbare Seiten sind aus SEO-Perspektive zu vermeiden, weil sie unnötig Linkjuice verschwenden. Alle Broken Links sollten bewertet und korrigiert werden. (Ausnahme: ausverkaufte Artikel)
  2. URLs verschwenden Linkjuice: Prozentuales Verhältnis der URLs mit zu vielen oder zu wenigen ausgehenden Links.
  3. Unfokussierte Linktexte: Unterschiedliche Ziele die mit dem selben Linktext verlinkt sind.
  4. Analysierte Seiten/Links: Anzahl der vom Crawler analysierten Seiten und Links des letzten Crawls.

Traffic-Potenzial-Graph

Dieser Graph zeigt, ob Seiten mit Traffic-Potenzial besser verlinkt werden können. Dadurch kann man URLs mit hohem Potenzial identifizieren, die intern selten verlinkt sind. Zugegeben, der Graph ist etwas gewöhnungsbedürftig und ich bevorzuge eine tabellarische Darstellung aber er verschafft einen Eindruck, wieviele Potenziale bestehen. Rote Punkte im oberen linken Viertel entsprechen gruppierte URLs mit einem hohen Traffic-Potenzial, weil sie intern selten verlinkt sind. Je mehr grüne Punkte sich im unteren rechten Viertel befinden, desto besser. Man kann die URLs auch filtern: „Alle URLs“ (Standard), „URLs mit Rankings“ oder „URLs ohne Rankings“. Unter dem Traffic-Potenzial-Diagramm befindet sich ein Link „Details anzeigen“. Er führt zum Detailreport.

Traffic-Potenzial-Graph // Searchmetrics Suite
Traffic-Potenzial-Graph // Searchmetrics Suite

Seiten und Links pro Level

Bevor die Seiten und Links pro Level dargestellt werden, präsentiert Searchmetrics weitere vier informative KPI-Reports:

Seiten und Links pro Level // Searchmetrics Suite
Seiten und Links pro Level // Searchmetrics Suite

  1. Weitergeleitete Links: Die Anzahl der intern weitergeleiteten Links werden hier dargestellt. Seiten sollten möglichst direkt verlinkt sein. Ein Klick auf den Link „Details anzeigen“ führt zum Report mit allen weitergeleiteten Links.
  2. Nofollow Links: Der Wert informiert über alle gefundenen Nofollow Links. Durch Klicken auf „Details anzeigen“ wird der Report mit Details zu allen Nofollow Links geöffnet, die man dort einzeln bewerten kann.
  3. Wenig verlinkte Potenzial-Seiten: Der Wert stellt die Anzahl der Seiten mit einem hohen Traffic-Potenzial dar, weil sie intern selten verlinkt sind. Der Detail-Report kann durch Klicken auf „Details anzeigen“ aufgerufen werden.
  4. Ø Eingehende/ausgehende Links: Durchschnittswert der eingehenden bzw. ausgehenden Links pro Seite. Das die Zahlen identisch sind, ist Zufall.

Darunter befindet sich der Seiten und Links pro Level-Report. Dieser ist sehr mächtig. Kurz gesagt erfährt man, wieviel Seiten mit wie vielen Klicks erreichbar sind. Die Klicks werden von Searchmetrics als Level bezeichnet, die man von der Startseite aus benötigt, um eine Seite zu erreichen. Die Startseite hat das Level 0 und jede Seite, die von der Startseite aus verlinkt wird, hat Level 1, usw.

Die Matrix zeigt, dass unter nubert.de keine Seite mit mehr als fünf Klicks erreichbar ist – siehe Spalte Level. Die Spalte Anzahl informiert, wie viele Seiten der insgesamt 1.957 analysierten Seiten jedem Level zugewiesen werden. Relativ schnell wird klar, dass über die Hälfte aller Seiten durch drei und mehr Klicks erreichbar sind. Etwa 35 Prozent aller analysierten Seiten sind bereits mit zwei Klicks aufrufbar und etwa 6 Prozent sind bereits mit einem Klick aufrufbar. Wichtige Seiten sollten mit wenigen Klicks erreichbar sein. Je weniger Level, desto besser. Die Spalte Ø eingehende Links zeigt, wie viele Links eine Seite des jeweiligen Levels durchschnittlich erhält. Die Spalte Ø ausgehende Links beschreibt folglich die durchschnittliche Anzahl der ausgehenden Links einer Seite des jeweiligen Levels. Alle Daten werden rechts neben der Matrix im Graphen visualisiert. Die Daten der Matrix und des Graphen kann man filtern nach: „Alle Seiten“, „Seiten mit Rankings“ oder „Wichtige Seiten“.

Top 10 verlinkte Seiten (intern)

Der Report Top 10 verlinkte Seiten (intern) listet die am besten verlinkten internen Seiten auf. Diese besitzen eine hohe interne SPS (Searchmetrics Page Strength) und einen hohen CheiRank. Durch Klicken auf „Details anzeigen“ gelangt man zum Report mit der „SPS-Verteilung“ und „Alle URLs nach SPS“. Ich nutze diesen Report gern, um einen Eindruck der stärksten Seiten nach SPS zu erhalten.

Top 10 verlinkte Seiten // Searchmetrics Suite
Top 10 verlinkte Seiten // Searchmetrics Suite

Seiten verschwenden Link Juice

Wer erfahren möchte, welche Seiten zu viele interne Links besitzen, erfährt im nächsten Report die Top-10 Seiten, die Linkjuice verschwenden. Durch Klicken auf „Details anzeigen“ wird ein detaillierter Report geladen, um Seiten mit zu vielen oder zu wenigen Links zu analysieren. Diesen Report finde ich als einen der mächtigsten Funktion der Searchmetrics Link Optimization (siehe nächste Grafik).

Unfokussierte Linktexte

Dieser Report listet häufig verwendete Linktexte zu unterschiedlichen Zielen auf und wie häufig der jeweilige Linktext verwendet wurde. Das verwirrt Suchmaschinen-Crawler unnötig. Es ist empfehlenswert Seiten eindeutig zu verlinken, statt den selben Linktext zu verschiedenen Seiten zu nutzen.

Linkjuice Verschwendung + Unfokussierte Linktexte // Searchmetrics Suite
Linkjuice Verschwendung + Unfokussierte Linktexte // Searchmetrics Suite

Im Dashboard werden alle wichtigen Reports dargestellt. Hier erhält man einen Eindruck über Potenziale und Flaschenhälse der internen Verlinkung. Je nach Bedarf können Detail-Reporte aufgerufen werden, um mehr Daten zu bewerten, zu exportieren oder direkt mit der Optimierung zu beginnen.

Schritt 3: Detail-Reports

Im Folgenden stelle ich wichtige Detail-Reports der Link Optimization vor, mit denen man tiefgründigere Analysen durchführen kann, als mit den Dashbaord-Reports.

Broken Links

Eines der häufigsten Ursachen für Nutzer-Absprünge (Bounce Backs), -Ausstiege und verlorenen Linkjuice sind Broken Links. Hierbei handelt es sich um Seiten die einen Headercode 4xx liefern – die Seite also nicht verfügbar ist. Ich empfehle alle Broken Links dringend zu prüfen. Durch Klicken auf „Details anzeigen“ unter „BROKEN LINKS“ im Dashboard gelangt man in die Detail-Analyse.

Broken Links // Searchmetrics Suite
Broken Links // Searchmetrics Suite

Der Report zeigt elf gefunde Broken Links. Die Tabelle erklärt sich von selbst. Die schwarze URL entspricht der linkgebenden Seite und die graue URL darunter der verlinkten URL, die einen Headercode 4xx ausgibt. Auf die Funktion „Spalten auswählen“ möchte ich kurz hinweisen: Diese Tabelle kann durch Kennzahlen erweitert werden, die jedoch nur in PDF-Reports dargestellt werden. Schade, denn das finde ich sehr umständlich.

Ich empfehle alle URLs mit Headercode 4xx ausnahmslos zu prüfen. Broken Links sollten korrigiert oder entfernt werden. Das erspart ungewünschte Nutzer-Ausstiege und vermeidet den Verlust von wichtigem Linkjuice. (Ausnahme: ausverkaufte Artikel)

Weitergeleitete Links

Im Broken Links-Report kann durch Auswahl „Weitergeleitete Links“ der Filter mit nur einem Klick geändert werden, so dass alle weitergeleiteten Links mit Headercode 3xx dargestellt werden. Was man bei Weiterleitungen beachten muss, darüber informiere ich in meinem Blog-Beitrag: 301 Weiterleitung (Redirect) richtig nutzen.

Ich empfehle alle Redirects zu bewerten und nicht erforderliche Weiterleitungen zu entfernen. Wenn also eine Seite intern ohne Weiterleitung verlinkt werden kann, sollte das ermöglicht werden. Das erspart PageSpeed und den Verlust von Linkjuice.

Nofollow Links

Durch Klicken auf „Nofollow Links“ wird der Seiten-Filter geändert, so dass interne Nofollow Links dargestellt werden. In meinem Projekt wurden keine Nofollow Links gefunden. Grundsätzlich entwertet rel=“nofollow“ einen Link und teilt dem Suchmaschinen-Crawler mit, dass er diesem nicht folgen soll. Die Verwendung von Nofollow Links wird in der SEO Branche hart diskutiert. Auch Google spricht eine Empfehlung zum Einsatz aus und empfiehlt intern keine Links mit rel=“nofollow“ zu entwerten. Allerdings habe ich bisher nicht festgestellt, dass sich sinnvoll und in Maßen verwendete Nofollow Links negativ auf Rankings auswirken. In diesem Report kann man eben diese Links übersichtlich bewerten.

URLs verschwenden Linkjuice

Relativ weit oben befindet sich im Dashboard die Information, dass 7,7% aller URLs Linkjuice verschwenden. Durch Klicken auf „Details anzeigen“ im Widget gelangt man zur Detailansicht. Die Searchmetrics Suite listet Seiten auf, die Linkjuice verschwenden weil diese zu viele oder zu wenige Links besitzen. Es handelt sich um Seiten mit hoher SPS aber zu vielen bzw. zu wenigen ausgehenden Links. Zu viele ausgehende Links verschwenden den Linkjuice einer Seite und durch zu wenige ausgehende Links wird der Linkjuice nicht optimal verteilt. Grund genug, sich das hier genauer anzusehen.

Seiten verschwenden Linkjuice // Searchmetrics Suite
Seiten verschwenden Linkjuice // Searchmetrics Suite

Mir gefällt, dass unter jeder URL der Seiten-Meta Title dargestellt wird. Besonders in diesem Projekt helfen mir die Informationen, weil die URLs nicht sprechend sind. Die Spalte „SPS (intern)“ informiert über die Seitenstärke einer URL und die „Link Balance“ zeigt tendenziell, wie weit die Seite vom durch Searchmetrics errechneten Idealwert abweicht. In der Spalte „Links entfernen“ erhält man Empfehlungen, wie viele ausgehende Links abgebaut bzw. aufgebaut werden sollten. Durch Klicken darauf öffnet sich ein Fenster in dem ausgehende Links zu Seiten mit schlechter Performance aufgelistet werden – das natürlich nur für Seiten mit zu vielen ausgehenden Links. Diese können übrigens intern und extern sein.

Meines Erachtens ist dieser Report sehr mächtig. Durch Unwissen oder mangelnde Fachkenntnis können Maßnahmen jedoch weitreichende negative Folgen haben. Deshalb empfehle ich die Bewertung und Optimierung der internen Linkstruktur stets mit Weitsicht und bei ausreichender Erfahrung durchzuführen. Zudem wird sich der Abbau ausgehender Links offenbar umfassend gestalten, weil vermutlich viele Links mit schlechter Performance sitewide Links sind, die selten im Content und selten durch aussagekräftige Textlinks verlinkt sind. Eine Hauptnavigation zu optimieren, zum Beispiel durch Nachladen eines Flyout-Menüs, ist eine tiefgreifende Maßnahme – allerdings mit einem hohen Wirkungsgrad.

Gleichzeitig sollte man diese Empfehlungen allerdings nicht zu genau nehmen, finde ich. Je nach Strategie kann es gewünscht sein, dass beispielsweise wichtige Seiten wie Leitartikel besonders gut ranken sollen – sie benötigen viel Linkjuice. Für diese Seiten sollte man ausgehende Links mit Bedacht setzen. Je mehr Linkjuice auf den Level-A-Pages verbleibt, desto höher ist deren Rankingpotenzial. Der Report ist nach meiner Bewertung sehr nützlich aber welche Feinjustierungen vorgenommen werden, hängt von der Strategie, den Zielstellungen, der Seitenarchitektur und weiteren Kennzahlen ab.

Unfokussierte Linktexte

Im Dashboard befindet sich relativ weit oben das Widget „Unfokussierte Linktexte“. Durch Klicken auf „Details anzeigen“ gelangt man zur Detailansicht. Grundlegend sollte man es vermeiden unterschiedliche Seiten mit dem selben Linktext zu verlinken. Das verwirrt Crawler und kann zur Folge haben, dass eine ungewünschte Seite zu einem Keyword rankt. Dieser Report hat die Aufgabe, eben solche unfokussierte Linktexte zu dokumentieren. Ich finde den Report hilfreich. Die Tabelle ist nach der Häufigkeit gefundener Links sortiert. Die Daten basieren auf den Filtereinstellungen, die individuell vorgenommen werden können.

Unfokussierte Linktexte // Searchmetrics Suite
Unfokussierte Linktexte // Searchmetrics Suite

Hinweis: Es ist wahrscheinlich, dass die Zahl in der Spalte „Unterschiedliche Ziele“ nicht mit den URLs übereinstimmt, die dargestellt werden, wenn man darauf klickt. Das kann daran liegen, dass nicht alle gefundenen Seiten gecrawlt wurden, weil im Projekt-Setup ein zu geringes Crawl-Budget eingestellt wurde. Im Popup-Fenster werden nur gecrawlte URLs aufgelistet. Das führt häufig zur Differenzen der Zahlen.

Crawl-Budget // Searchmetrics Suite
Crawl-Budget // Searchmetrics Suite

SPS Verteilung

Den Report zur Darstellung der SPS Verteilung findet man im Dashboard unter „Top 10 verlinkte Seiten (intern)“. Dort wird die SPS Verteilung aller Seiten zunächst als Balkendiagramm dargestellt. Die y-Achse stellt die Anzahl der Seiten und die x-Achse die SPS (Searchmetrics Page Strength). Je mehr Seiten mit hoher SPS, desto besser. Wichtiger ist vielmehr, das wichtige Seiten über eine hohe SPS verfügen. Wenn zum Beispiel Impressum, AGB, Widerrufsformular, etc. eine hohe SPS besitzen, bringt das nicht viel, weil diese Seiten keine relevanten Rankings aufbauen sollen.

Man kann die Zahlen der x-Achse anklicken. Dadurch wird die Tabelle unter dem Diagramm mit den entsprechenden Daten neu geladen. Alternativ kann man den Filter nutzen, um die Tabelleninhalte einzugrenzen. Das finde ich sehr gut gelöst.

SPS Verteilung // Searchmetrics Suite
SPS Verteilung // Searchmetrics Suite

Der Report erlaubt detaillierte Bewertungen der Optimierungspotenziale aller gecrawlten Seiten. Beispielsweise können Seiten mit einer hohen SPS dahingehend bewertet werden, ob das Level optimiert werden kann oder die Link Balance Feinschliff verträgt, weil die entsprechende Seite zu viele bzw. wenige ausgehende Links besitzt. Umgekehrt können Seiten mit einer geringen SPS bewertet und Lösungen entwickelt werden, um die SPS zu verbessern. Man kann auch ausgewählte Seiten via Filter suchen und bewerten, warum die gewünschten Rankings bisher nicht erreicht werden. Der SPS Report ist wirklich sehr mächtig.

Tipp: Die Tabelle kann um Kennzahlen erweitert werden, indem man zunächst im Dropdown-Feld „Spalten auswählen“ die gewünschten KPIs anklickt und bestätigt. Anschließend öffnet man den Browser im Vollbild-Modus und klickt nun auf das Plus-Zeichen rechts über der Tabelle „Alle URLs nach SPS“ und wählt in dem Menü „Vollbild“ aus. Schon kann man alle gewünschten Kennzahlen übersichtlich in der Tabelle betrachten.

Könnten Seiten mit Traffic Potential besser verlinkt werden?

Das Diagramm visualisiert schlecht bzw. gut verlinkte Seiten auf Basis der internen SPS. Grundlegend ist es nach Traffic Index Potenzial gruppiert. Das kann man ändern nach: „Hubpages“, „Traffic Index“ oder „Wichtige Seiten“. Wie bereits in diesem Beitrag erwähnt, können durch das Diagramm Seiten mit entsprechenden Potenzialen gefunden und bewertet werden. Das Diagramm ist so aufgebaut, dass rote Punkte bewertet werden sollten und grüne Punkte verhältnismäßig gut verlinkt sind. Searchmetrics bewertet die Seiten nur auf Basis von Kennzahlen. Ob eine Optimierung tatsächlich erforderlich ist, dass muss individuell beantwortet werden – je nach Wichtigkeit und Zweck der Seite.

Das Traffic Index Potenzial wird übrigens auf Basis aktueller Suchmaschinen-Rankings berechnet. Besitzt eine URL beispielsweise viele Rankings auf Position 11-30, so besitzt sie ein hohes Traffic Index Potenzial. Eine URL, die hingegen viele Top-3 Rankings besitzt, hat kein Potenzial. Die Kennzahl ist somit besonders interessant, wenn man Low hanging fruits schnellstmöglich erschließen möchte.

Für das Diagramm kann man auswählen, ob URLs mit Rankings, ohne Rankings oder alle URLs dargestellt werden sollen. Klickt man auf einen roten oder grünen Punkt im Diagramm, wird ein entsprechender Filter erstellt und die Daten in der Tabelle darunter dargestellt. Meines Erachtens ist das aber nicht nötig – durch Hovern werden die Daten in einer Toolbox dargestellt, was ich gut gelöst finde.

Traffic Index Potenzial-Diagramm // Searchmetrics Suite
Traffic Index Potenzial-Diagramm // Searchmetrics Suite

Ich bevorzuge den SPS Verteilung-Report, statt mit dem Traffic Index Potenzial-Diagramm zu arbeiten. Dennoch liefert dieses einen guten Überblick, in welche Richtung die Seiten des Shops hinsichtlich der internen SPS stärker ausschlagen.

Fazit & Empfehlungen

Trotz das ich versucht habe, die Link Optimization der Searchmetrics Suite wenig ausschweifend vorzustellen, ist ein langer Blog-Beitrag entstanden. Vielen Dank für Dein Interesse.

Die Link Optimization bietet einen enormen Funktionsumfang zur Bewertung des internen Linkprofils – und das übersichtlich und gut strukturiert. Dennoch birgt der große Umfang die Gefahr sich in den detaillierten Daten zu verlieren und voreilige Fehl-Optimierungen durchzuführen. Deshalb empfehle ich zunächst alle Ergebnisse zu prüfen und wirken zu lassen. Kommst Du zu der Erkenntnis überfordert zu sein, dann empfehle ich Dir einen erfahrenen SEO zu Rate zu ziehen (Kontakt). Anderenfalls empfehle ich Dir die Daten zu gewichten, beispielsweise alle Seiten nach unterschiedlichen Aspekten – wie Wirtschaftlichkeit, Suchvolumen, Saisonalität, Gewinnspanne, etc. – zu bewerten und wichtige Seiten unter Beachtung einer optimalen Seitenarchitektur zu optimieren. Ich wünsche Dir maximale Erfolge.

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