SEO International – Grundlagen

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  24. Juni 2019

Sollen neue Sprachen und Länder erschlossen werden, müssen die Texte einer Webseite in weiteren Sprachen bzw. für weitere Länder optimiert werden. Dabei gilt es wichtige SEO-Stellschrauben zu beachten. Erfahre jetzt die Grundlagen einer internationalen Suchmaschinenoptimierung.

Dieser Blog-Beitrag ist Teil einer SEO International-Serie:

Wann ist SEO International erforderlich?

Eine Vielzahl von Gründen erfordert internationales SEO. Denn Google möchte dem Suchmaschinen-Nutzer relevante Suchergebnis-Treffer in der Sprache des Nutzers (Browsereinstellungen) bereitstellen. Bei einsprachigen Websites ist das meist kein Problem. Doch bei mehrsprachigen Websites sollten Suchmaschinen-Bots (Crawler) informiert werden, welche Sprache der Webseiten-Inhalt besitzt und optional, für welches Land er optimiert ist. Beispiele:

  • Ein deutscher Shop-Betreiber möchte seine Produktseiten übersetzen und für englischsprachige Nutzer in Deutschland bereitstellen.
  • Ein Shop-Betreiber eines englischsprachigen Shops möchte ausgewählte Produkte und Rabatte nur für Google-Nutzer in Großbritannien bereitstellen.
  • Ein Unternehmen möchte die Inhalte der Corporate Website in zusätzlichen Sprachen für Google-Nutzer weltweit zur Verfügung stellen.
  • Ein Unternehmen möchte englischsprachige Nutzer in Indien erreichen.

Es ergeben sich somit zwei Fallunterscheidungen, die aus SEO-Sicht wichtig sind:

  1. Sprache ohne Land (z. B. alle englischsprachigen Nutzer weltweit)
  2. Sprache mit Land (z. B. alle englischsprachigen Nutzer in Indien)

Variante 1: Sprache ohne Land

Diese Lösung bietet sich an, wenn Inhalte für Nutzer weltweit adressiert sind, also ohne Länderspezifische Einschränkungen. Zum Beispiel, wenn deutschsprachige Webseiten ins Englische übersetzt werden, um englischsprachige Nutzer unabhängig seines Aufenthaltsortes zu erreichen. Für Suchmaschinen-Bots gilt: Die einfachste und beliebteste Option ist die Implementierung dieser Hinweise durch hreflang Tags im Head einer HTML Seite. Weitere Möglichkeiten sind die Bereitstellung via XML Sitemap oder per HTTP Header. hreflang Tags sind für Besucher einer Webseite nicht sichtbar. Sie informieren Suchmaschinen-Bots darüber, welche Sprache der Seiteninhalt besitzt und ob die Seite für ein Land optimiert ist.

Variante 2: Sprache mit Land

Sind Webseiten für bestimmte Länder optimiert, müssen die eben erwähnten hreflang Tags durch Angabe einer geografischen Zielregion (= Land) erweitert werden. Die Länderkennung wird – durch einen Bindestrich getrennt – im ISO 3166-1 aplpha-2 Format hinter der Sprachkennung ergänzt.

Welche Domain-Architektur ist die Richtige?

Bevor Du die hreflang Tags für Deine Inhalte erstellst, empfehle ich Dir, die Struktur Deiner Website zu bewerten bzw. zu optimieren. Es gibt jedoch keine Ideallösung. Die richtige Lösung für Dein Online Business ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Willst Du komplette Websites oder Shops übersetzen, muss die Domain-Architektur anders aufgebaut werden, als wenn nur ausgewählte Webseiten übersetzt werden sollen. Deshalb möchte ich Dir im Folgenden einen Überblick darüber geben, welche Lösungen zur Verfügung stehen:

DomainsSubdomainsVerzeichnisse
https://website.com
https://website.de
https://uk.website.com
https://www.website.de
https://website.com/de/
https://www.website.eu/en/

Variante 1: Domains

Inhalte auf unabhängige Domains zu verteilen, erzeugt die höchsten Kosten, besitzt aber den größten Gestaltungsraum. Top Level Domains (TLD) werden unterschieden:

ccTLDgTLD
Beispielhttps://www.website.de
https://website.co.uk
https://www.website.com
https://website.berlin
Spezifikaländerbezogene Top Level Domainsgenerische nicht länderspezifisch begrenzte Top Level Domains

ccTLDs (Übersicht bei Wikipedia) beschränken sich auf eine Region, können aber auch in anderen Ländern Keyword-Rankings aufbauen. So kann eine Website auf einer .de-TLD durchaus in der Google Suche unter Google.at oder Google.ch ranken.

Top Level Domaingeografische Region
.deDeutschland
.esSpanien
.aeVereinigte arabische Emirate

Sollen zum Beispiel englischsprachige Nutzer weltweit erreicht werden, sind gTLDs die bessere Wahl. Möchtest Du Google-Nutzer einer bestimmten Region erreichen, ist die Verwendung länderspezifischer Domains empfehlenswert. (.de, .at, .ch, .co.uk, …)

Variante 2: Subdomains

Subdomains sollten auf gTLDs verwendet werden. Sie ermöglichen eine transparente Strukturierung der mehrsprachigen Inhalte auf einer Hauptdomain. (Auf tiefgründige SEO Vor-/Nachteile, wie die Linkjuice-Vererbung, gehe ich an dieser Stelle nicht ein. Das würde den Rahmen des Beitrags sprengen.) Jede Subdomain kann für eine Sprache und ggf. ein Land ausgerichtet werden, zum Beispiel:

SubdomainSpracheLand (optional)
https://www.website.comenglischweltweit
https://de.website.comdeutschweltweit
https://de-at.website.comdeutschÖsterreich
https://gb.website.comenglischUK/Nordirland

Aus SEO-Sicht bewertet Google eine Subdomain wie eine eigenständige Domain. Sie bietet sich vor allem an, wenn Du Websites oder Shops vollständig übersetzen und optional für ausgewählte Länder optimieren möchtest. Für große Websites und Shops mit mehreren tausend Seiten empfehle ich die Nutzung eigenständiger Domains.

Variante 3: Verzeichnisse

Die dritte Möglichkeit sind Verzeichnisse. Mehrsprachige Inhalte können auf einer Domain durch Verzeichnisbäume – sogenannte Sprachverzeichnisse – ausgerichtet werden. Jedes Verzeichnis enthält nur die Inhalte einer Sprache die optional für ein Land optimiert werden können.

VerzeichnisSpracheLand (optional)
https://www.website.comenglischweltweit
https://www.website.com/de/deutschweltweit
https://www.website.com/fr-ch/französischSchweiz
https://www.website.com/gb/englischUK/Nordirland

Übrigens, Verzeichnisse und Subdomains werden von Google aus SEO-Sicht gleichwertig behandelt:

Video: Matt Cutts (Google Webspam-Team) äußert sich zur Entscheidung Subdomains vs. Verzeichnisse

Warum ist IP-Delivery keine Alternative?

Angenommen eine mehrsprachige Domain ist für Nutzer in den USA und in Deutschland über Subdomains ausgerichtet. Viele Website-Betreiber würden die Besucher nun anhand ihres physischen Standortes an eine Subdomain weiterleiten – zum Beispiel Nutzer in der USA an die US-Version unter https://us.website.com. Denn durch die IP Adresse kann man ermitteln, dass sich ein Nutzer in Miami befindet, sodass er direkt auf die Subdomain https://us.website.com geleitet wird.

Suchmaschinen-Anbieter, wie Google oder Bing, spidern das Internet von den USA aus, sodass deren Crawler auf Basis von IP-Delivery ausschließlich die Inhalte verarbeiten können, die für Nutzer aus den USA bestimmt sind. Durch IP-Delivery würden Suchmaschinen also automatisch auf die US-Website geleitet werden und Inhalte anderer Regionen ignorieren, zum Beispiel alle Inhalte für Deutschland. Deshalb ist IP-Delivery keine Lösung.

Übrigens hat John Müller von Google am 20. Juni 2017 via Twitter davon abgeraten, Redirects auf Basis von IP-Standorten zu verwenden. Die Diskussion findest Du hier.

Wie kann man Duplicate Content vermeiden?

Durch die Verwendung von hreflang Tags werden Suchmaschinen-Bots (Crawler) über alle Varianten einer Seite informiert. Google verarbeitet diese Daten verlässlich. Somit ist Duplicate Content kein Problem.

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  24. Juni 2019   Jens Fröhlich   Gepostet in: Suchmaschinen, Technisches SEO   Schlagwörter: ,  

Kommentare(2)

  • 7. August 2015, 09:00  Antworten

    Super Zusammenfassung Jens, Klasse übersicht. Hab das gleich mal an die Kollegen gesendet, die mich jedes mal dazu fragen.

    • Jens Fröhlich
      7. August 2015, 09:06

      Hallo Alex,
      besten Dank für Dein Feedback und ich freue mich, wenn der Beitrag Klarheit schafft. 🙂

      Beste Grüße
      Jens 

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