SEO International – Teil 2: hreflang Tags

  31. August 2018

Du planst Dein Online Business mehrsprachig und/oder für mehrere Länder auszurichten? Dann empfehle ich Dir hreflang Tags zu nutzen, um Duplicate Content zu vermeiden und zu gewährleisten, dass die richtigen Inhalte im gewünschten Suchmaschinenindex ausgeliefert werden. Im zweiten Teil des SEO International-Workshops erfährst Du, wie hreflang Tags richtig genutzt werden.

Dieser SEO International-Workshop besteht aus mehreren Beiträgen:

Was bedeutet: hreflang?

hreflang Markup teilt Suchmaschinen mit, für welche Sprache und optional Region (Land) der Inhalt einer HTML Seite, PDF-Datei, etc. ausgerichtet ist. Suchmaschinen können dadurch die korrekten Inhalte in den Suchergebnissen ausliefern.

Wann solltest Du hreflang verwenden?

  1. Wenn exakte/ identische Inhalte der selben Sprache unter mehreren URLs erreichbar sind.
  2. Wenn exakte/ identische übersetzte Inhalte unter mehreren URLs erreichbar sind.

(Warum das automatische Übersetzen von Texten, zum Beispiel mit dem Google Website Übersetzer-Plugin, aus SEO-Sicht nicht empfehlenswert ist, erfährst Du in diesem Beitrag: Texte auf Webseiten automatisch übersetzen?)

HTML Syntax: hreflang Tags definieren

hreflang Tags können auf verschiedene Weise angegeben werden: Im head-Bereich einer HTML Seite, im HTTP Header oder in einer XML Sitemap. Am häufigsten wird die Markup im HTML Quellcode einer Seite definiert, weil am einfachsten für viele Webmaster. Deshalb beschränke ich mich in diesem Tutorial auf die Angaben im HTML Header.

HTML Syntax mit Sprachangabe für eine Ressource:

oder mit zusätzlicher Beschränkung auf ein Land:

  • Alle URLs mit exakten bzw. übersetzten Kerninhalt muss mittels hraflang Tags angegeben werden, auch die URL der Seite selbst. (Selbstreferenz)
  • Sprach- und Länderkennung können in Klein- oder Großbuchstaben angegeben werden.
  • hreflang=““ gibt die Sprache als Sprachkennung im ISO 639-1 Format an. Ist die Seite auch für eine geografische Region ausgerichtet, wird die Länderkennung, durch einen Bindestrich getrennt, im ISO 3166-1 aplpha-2 Format hinter der Sprachkennung ergänzt.
  • href=““ gibt immer die absolute URL einer Ressource an.
  • Besitzt eine Ressource keine spezifische Sprach- oder Länderkennung im hreflang Tag, erhält sie das x-default hreflang Link-Attribut.

Beispiel: Deutscher Inhalt für D-A-CH-Region

Angenommen ein Online Shop-Betreiber möchte sein Sortiment (oder einen Teil davon) nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich und der Schweiz anbieten. Nun kann er seinen Shop spiegeln und die Inhalte so belassen bzw. regionalspezifisch anpassen, wie die Währung. Problematisch wird das für Suchmaschinen, denn sie finden diese Inhalte mehrfach und müssen willkürlich entscheiden, welcher Inhalt nun für welchen Suchindex (Google.de vs. Google.at vs. Google.ch) relevant ist. hreflang löst dieses Problem.

Der Shop-Betreiber hat seine Inhalte zum Beispiel so strukturiert:

  • https://de-de.mein-shop.com/: deutschsprachige Nutzer in Deutschland
  • https://de-AT.mein-shop.com/: deutschsprachige Nutzer in Österreich
  • https://de-CH.mein-shop.com/: deutschsprachige Nutzer in der Schweiz

Auf allen drei Subdomains sind die Inhalte gleich oder identisch, sodass für jede Seite festgelegt werden muss, für welchen Suchmaschinen Index der Seiteninhalt bestimmt ist, sowie alle Duplikate. Am Beispiel der Startseiten definiere ich die hreflang Mrkup:

hreflang Struktur

Beispiel hreflang Sytnax // Sistrix hreflang Markup Generator
Beispiel hreflang Sytnax // Sistrix hreflang Markup Generator

hreflang HTML Syntax

Diese hreflang Markup muss in den HTML Quellcode im Head-Bereich jeder der drei Startseiten notiert werden:

Besucher sehen die hreflang-Tags nicht, denn sie sind ausschließlich für Suchmaschinen-Bots im HTML Quellcode hinterlegt. Suchmaschinen-Bots erkennen diese Anmerkungen und erfahren von den alternativen Inhalten. (de-DE versus de-AT versus de-CH) Duplicate Content wird so vermieden und die Suchmaschine ist in der Lage, die richtigen Inhalte im gewünschten Suchindex auszuliefern.

Neben hreflang Tags nutzt Google auch weitere Kennzeichen, wie Serverstandort, Sprachangaben (Meta language), TLD, die internationale Ausrichtung bei gTLDs in der Google Search Console, Adresse im Impressum, Währung, Herkunft der Backlinks, etc.

Der Sparplan: Eine URL für mehrere geografische Regionen

Theoretisch kannst Du den Inhalt einer Seite für mehrere geografische Regionen (Länder) ausrichten. Angenommen eine deutschsprachige Webseite soll für Google Nutzer aus Deutschland, Österreich, Schweiz relevant sein, dann kannst Du im HTML Quellcode der Seite folgende hreflang-Anmerkungen hinterlegen:

Vorteil dieser Methode ist, dass Du die Crawlability Deiner Website optimierst, weil Du nur eine HTML Seite für mehrere Länder bereitstellst. Es müssen weniger Ressourcen gecrawlt werden.

Sonderfall: x-default

Das x-default hreflang Link-Attribut ist ein Sonderfall. Gibt man im hreflang-Attribut statt der Sprachkennung den Wert „x-default“ an, wird diese Seite keiner bestimmten Sprache und keiner bestimmten Region zugewiesen. Jedem Nutzer, der nicht zu einer Alternative der Seite passt, wird diese Seite in den Suchergebnissen vorgeschlagen. Eine x-default-Seite dient als Standardseite, wenn keine andere Seite passt.

Wann solltest Du x-default verwenden?

x-default verwendet man häufig bei umfangreichen mulitlingualen Websites. Oft stellt die x-default-Seite ein Auswahlmenü in Form einer Liste oder Weltkarte bereit, wo der Nutzer die Website in gewünschter Sprache selbst, und nicht durch Suchmaschinen vorbestimmt, auswählen kann.

Beispiel: Mehrsprachige Canon-Website - worldwide
Beispiel: Mehrsprachige Canon-Website – worldwide

Tool-Empfehlungen

Diese Online Tools empfehle ich zur Erstellung von hreflang-Anmerkungen:

Diese Online Tools empfehle ich zur Überprüfung (Validierung) von hreflang Markup:

Google Hilfe

Das Google Hilfe-Video erklärt nochmals, was hreflang ist und wie es angewendet wird:

Video: Google Hilfe zur richtigen Verwendung von hreflang

⚠️ Typische hreflang-Fehler die du vermeiden solltest

Die Notation von hreflang Markup kann bei großen Websites und Shops mit mehreren tausend Seiten schnell umfangreich werden, was zu verschiedenen Validierungsfehlern führen kann. Im Folgenden liste ich typische Fehler auf, die Du dringend vermeiden solltest:

hreflang Tags fehlen

Der populärste Fehler schlechthin ist die fehlende Verwendung von hreflang Tags bei internationalen Websites. Werden Inhalte in mehreren Sprachen und/oder für unterschiedliche geografische Regionen bereitgestellt, ist hreflang Pflicht. Werden hreflang Tags vergessen, kann das eine spürbare Limitierung des Optimierungsgrades darstellen.

hreflang nicht auf Seitenebene definiert

hreflang wird auf Seitenebene definiert. Deshalb müssen sich die URLs in der Markup immer auf die jeweilige Seite und deren Alternativen beziehen. In der Praxis habe ich mehrfach festgestellt, dass die URLs nur die Domain/s enthalten. Dieser Fehler ist schwerwiegend und dringend zu vermeiden.

Fehlende Selbstreferenz

Der Fehler, die URL der betreffenden Seite nicht als hreflang Markup zu notieren, kommt häufig vor. hreflang muss immer alle Alternativen einer Seite und die Seite selbst notieren. Das muss gewährleistet werden.

Unvollständige Angaben

Schnell kann es passieren, dass die hreflang-Angaben unvollständig sind, z. B. weil im Verlauf der letzten Monate/Jahre weitere Sprachen bereitgestellt worden sind und die Markup nicht ergänzt wurde. Eine Website entwickelt sich im Idealfall kontinuierlich weiter. Dabei sollte die Korrektur/Ergänzung der hreflang Markup nicht vergessen werden.

Falsche Sprach-/ Länderkennung

Ein typisches Beispiel falscher Sprach- bzw. Länderangaben ist die Länderkennung von Großbritannien. Hin und wieder wird „UK“ verwendet. Das ist falsch, denn die korrekte Länderkennung ist „GB“. Oder die Sprachkennung für Inhalte in tschechischer Sprache: Wird der Sprachcode „cz“ verwendet, wäre das falsch. Der korrekte Sprachcode lautet „cs“. Nach der Erstellung von hreflang Tags sollten diese immer tiefgründig bewertet werden.

4xx Statuscodes

Seiten die bei der Erstellung der hreflang Markup bestanden, können irgendwann nicht mehr vorhanden sein und einen Statuscode 4xx ausgeben. In diesem Fall würden hreflang-URLs auf Fehlerseiten verweisen. Ich empfehle regelmäßig zu prüfen, ob die URLs der hreflang Markup erreichbar sind und einen Statuscode 200 ausgeben. Für umfangreiche Domain-Cluster empfehle ich die Validierung mit dem Tool: Audisto.

hreflang und Canonical Tags setzen falsche Signale

Werden Canonical Tags verwendet, kann das bei Verwendung von hreflang zu technischen Problemen führen, zum Beispiel wenn eine URL mittels hreflang auf sich selbst verweist aber das Canonical Tag auf eine kanonische URL einer anderen Sprachversion. Deshalb sollte eine Validierung von hreflang Tags in Verbindung mit Canonical Tags stets sorgfältig erfolgen.

Lese auch die anderen Beiträge des SEO International-Workshops:

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