hreflang Tags verstehen und richtig anwenden

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  15. Oktober 2019

Du möchtest Deine Website/Deinen Shop mehrsprachig ausrichten? Dann solltest Du hreflang Tags nutzen. Dadurch wird Duplicate Content vermieden und es wird gewährleistet, dass dem Suchmaschinen-Nutzer die richtige Sprachversion Deiner Inhalte vorgeschlagen wird. In diesem Blog-Beitrag erfährst Du alles, was Du über hreflang Tags wissen musst.

Titelbild: hreflang Tags verstehen und richtig anwenden

Was bedeutet: hreflang?

hreflang Tags teilen dem Suchmaschinen-Crawler die Sprache einer Seite und alle verfügbaren Sprachversionen mit. Optional kann ein Land angegeben werden, für das der Inhalt einer Sprachversion ausgerichtet ist.

Viele Websites richten sich an Nutzer aus der ganzen Welt. Werden Inhalte in mehrere Sprachen übersetzt oder für ausgewählte Regionen ausgerichtet, führt das zu Duplicate Content. Das muss aus SEO-Sicht vermieden werden. hreflang Tags lösen das Problem, denn Suchmaschinen können dem Nutzer den Seiteninhalt in seiner Sprache anbieten. Das erhöht die Klickrate (CTR) in den SERPs.

Beispiel: Einem englischsprachigen Google-Nutzer aus UK wird statt einer willkürlich gewählten englischen Sprachversion einer Seite, wie:

hreflang Tags-Beispiel für die englische US-Sprachversion der iPhone-Seite von apple.com

die korrekte englische Sprachversion unter Google.co.uk angeboten:

hreflang Tags-Beispiel für die englische UK-Sprachversion der iPhone-Seite von apple.com

hreflang ist besonders für Inhalte wichtig, die in vielen Sprachen angeboten werden. Zum Beispiel wird die iPhone-Einstiegseite der Apple-Website in 132 Sprachversionen (!!) bereit gestellt:

hreflang-Tags der iPhone-Einstiegseite von apple.com
hreflang-Tags der iPhone-Einstiegseite von apple.com

Wann solltest Du hreflang verwenden?

Google empfiehlt die Verwendung von hreflang Tags:

  1. Wenn Seiteninhalte für gleichsprachige Länder bereitgestellt werden. (z. B. englische Inhalte werden für Nutzer in UK und USA bereitgestellt)
  2. Wenn Seiteninhalte (exakt) in andere Sprachen übersetzt werden. (z. B. ein deutscher Artikel wurde ins englische übersetzt)
  3. Wenn lediglich das Website-Template übersetzt wird. Der Supplementary Content (Hauptnavigation, Footer, etc.) wird übersetzt, aber der Seiteninhalt nicht. (z. B. ist der Supplementary Content englisch aber der Seiteninhalt ist deutsch)

Wie kannst Du hreflang Tags implementieren?

  1. Im head-Bereich einer HTML Seite.
  2. Im HTTP-Header.
  3. In einer XML Sitemap.

Variante 1: hreflang Tags im HTML-head-Bereich

Diese Methode eignet sich für HTML Seiten. Im head-Bereich der HTML Seite werden die hreflang-Tags hinterlegt. Dabei muss immer die Seite selbst (Selbstreferenzierung) und alle alternativen Sprachversionen angegeben werden.

HTML Syntax mit Sprachangabe (de):

HTML Syntax mit Sprachangabe und geografischer Einschränkung (en-US):

  • hreflang=““ gibt die Sprache als Sprachkennung im ISO 639-1 Format an. Ist der Seiteninhalt auch für ein Land ausgerichtet, wird die Länderkennung, durch einen Bindestrich getrennt, im ISO 3166-1 aplpha-2 Format hinter der Sprachkennung ergänzt. (siehe Beispiel 2:en-US)
  • href=““ gibt die absolute oder relative URL an.
  • Andere Sprachversionen müssen durch hreflang Tags notiert werden.
  • Sprach- und Länderkennung können in Klein- oder Großbuchstaben angegeben werden. (en-US = en-us = EN-US)

Variante 2: hreflang Tags im HTTP-Header

Im HTTP Response-Header kann die hreflang-Anmerkung vorgenommen werden. Das bietet sich für PDF-Dateien an, weil die Angabe im HTML Quellcode entfällt.

Variante 3: hreflang Tags in einer XML Sitemap

Diese Variante eignet sich für PDF-Dateien, kann aber auch für HTML Seiten genutzt werden. In einer XML Sitemap werden für jede HTML Seite/PDF-Datei (<loc>…</loc>) alle Sprachversionen (<xhtml:link rel=“alternate“ …>) angegeben:

hreflang Tags in der Praxis

Beispiel: Deutscher Inhalt für DACH-Region

Ein Shop-Betreiber möchte sein Sortiment (oder einen Teil davon) in Deutschland, Österreich und in der Schweiz anbieten. Den Seiteninhalt dupliziert er für jedes Land. Somit ist jede Seite drei Mal vorhanden. Der Seiteninhalt unterscheidet sich durch unterschiedliche Preise, Währungen, Angebote und zeitbezogene Rabatte. Damit Suchmaschinen die richtige Sprachversion im Suchindex (Google.de vs. Google.at vs. Google.ch) ausliefern können, müssen hreflang Tags verwendet werden:

Beispiel: Eine Produktseite „produkt-a“ ist drei Mal vorhanden. Jede URL gibt im HTML Quellcode die selben hreflang-Anmerkungen an. Es ist optional, die URL der geladenen Seite per hreflang zu notieren (Selbstreferenz), siehe hier.

Schematisch lässt sich diese Beziehung so darstellen:

Schematische Darstellung einer hreflang Tags-Beziehung für drei deutschsprachige Seiten
Schematische Darstellung einer hreflang Tags-Beziehung für drei deutschsprachige Seiten

Der Sparplan: Eine Seite für mehrere Länder

John Müller (Google) hat am 14.09.2019 bei Twitter den Hinweis gegeben (Quelle), länderspezifischen Seiteninhalt nur dann auf mehreren URLs zu verteilen, wenn sich dieser signifikant unterscheidet (z. B. länderspezifische Preise und Währungen einer Produktseite). Wenn sich der Seiteninhalt nicht unterscheidet, sollte er nur ein Mal bereitgestellt werden.

Du kannst also den Inhalt einer Seite für mehrere Länder optimieren. Angenommen ein deutschsprachiger Artikel ist für Google-Nutzer aus Deutschland (Google.de), Österreich (Google.at) und der Schweiz (Google.ch) relevant und inhaltlich identisch, dann braucht diese Seite nicht dupliziert werden. Im HTML Quellcode dieser Webseite werden folgende hreflang-Anmerkungen notiert (Selbstreferenz ist optional und nicht wesentlich):

Schematisch lässt sich diese Beziehung so darstellen:

Schematische Darstellung einer hreflang Tags-Beziehung für eine deutschsprachige Seite
Schematische Darstellung einer hreflang Tags-Beziehung für eine deutschsprachige Seite

Nutzt Google auch weitere Signale zur Bestimmung der richtigen Sprachversion?

Ja, ergänzend zu den hreflang Tags nutzt Google auch weitere Signale, um die richtige Sprachversion zu bestimmen:

  1. Serverstandort
  2. Sprachangabe (Meta language)
  3. Top-Level-Domain (TLD)
  4. Internationale Ausrichtung bei gTLDs in der Google Search Console
  5. Adresse im Impressum
  6. Währung
  7. Herkunft der Backlinks

Sonderfall: hreflang x-default

Das hreflang x-default Link-Attribut ist ein Sonderfall. Gibt man im hreflang-Attribut statt der Sprachkennung (und Länderkennung) den Wert „x-default“ an, wird die HTML Seite keiner bestimmten Sprache und keinem bestimmten Land zugewiesen.

Jedem Suchmaschinen-Nutzer, der sprachlich oder geografisch nicht eindeutig zugewiesen werden kann, wird diese x-default-Seite in den Suchergebnissen vorgeschlagen. Eine x-default-Seite dient für Suchmaschinen als Standardseite, wenn keine andere Seite passt. x-default ist optional.

hreflang x-default bietet sich für Websites mit Inhalten in vielen Sprachen und für viele Länder an. Häufig stellt die hreflang x-default-Seite ein Auswahlmenü in Form einer Liste oder Weltkarte bereit, wo der Besucher die gewünschte Sprachversion selbst, und nicht durch Suchmaschinen bestimmt, auswählen kann. Zwei Beispiele aus der Praxis:

hreflang x-default-Seite der Apple-Website zur Auswahl der gewünschten Sprachversion/Region
hreflang x-default-Seite der Apple-Website zur Auswahl der gewünschten Sprachversion/Region
hreflang x-default-Seite der internationalen Canon-Website
hreflang x-default-Seite der internationalen Canon-Website

Tipp: Lasse den Besucher die Sprache selbst bestimmen

Meine Erfahrung zeigt, dass es hilfreich ist, dem Seitenbesucher selbst bestimmen zu lassen, welche Sprache und optional Länderversion des Inhalts er aufrufen möchte. Diese Funktion bietet sich für Websites mit vielen Sprachversionen an.

  • Ziehe in Betracht, Hyperlinks zu anderen Sprachversionen hinzuzufügen: Auf diese Weise können Benutzer eine andere Sprachversion der Seite auswählen. (siehe Screenshot unten)
  • Vermeide automatische Weiterleitungen (IP-Delivery) basierend auf der vom Besucher wahrgenommenen Sprache. Diese Weiterleitungen können dazu führen, dass Besucher (und Suchmaschinen) nicht alle Versionen der Website aufrufen können.
Apple-Website: Sprachmenü-Beispiel
Apple-Website: Sprachmenü-Beispiel

hreflang Generator

Im Internet gibt es eine Vielzahl kostenfreier hreflang Generatoren zur Erstellung der hreflang Tags im HTML Quellcode. Die folgenden hreflang Generatoren empfehle ich:

hreflang Checker

Im Internet gibt es eine Vielzahl kostenfreier hreflang Checker zur Validierung der Anmerkungen im HTML Quellcode. Die folgenden hreflang Checker empfehle ich:

Google Search Console: hreflang Fehler ermitteln

Benutze die Google Search Console, um hreflang Fehler zu ermitteln und beheben zu können. Die neue GSC-Version bietet noch keinen neuen Bericht zur Internationalen Ausrichtung. (Stand 10-2019)

Google Search Console: Internationale Ausrichtung
Google Search Console: Internationale Ausrichtung (Alte GSC-Version)

⚠️ Vermeide diese hreflang-Fehler

hreflang-Markup wird bei vielen Sprachversionen schnell umfangreich. Das führt oft zu Fehlern bei der Implementierung. Im Folgenden findest Du eine Auswahl von hreflang-Fehlern, die Du vermeiden solltest:

hreflang Tags fehlen

Mehrsprachige Inhalte müssen mit hreflang Tags ausgezeichnet werden. Anderenfalls besteht Gefahr, dass Google die falsche Sprachversion in den Suchergebnissen anbietet.

hreflang ist nicht auf Seitenebene definiert

hreflang muss für jede Seite angegeben werden, deren Inhalt in mehreren Sprachversionen verfügbar ist. In der Praxis tritt hin und wieder der Fehler auf, dass die hreflang-URL die Domain statt die Seiten-URL referenziert. Dieser Fehler ist schwerwiegend und dringend zu vermeiden.

Unvollständige Angaben

Websites sind nicht statisch. Mit der Zeit entstehen weitere Sprachversionen für Inhalte. Dadurch kann es passieren, dass hreflang-Angaben unvollständig sind, weil versäumt wurde, neue Sprachversionen zu ergänzen. Das sollte regelmäßig überprüft werden, zum Beispiel mit dem Screaming Frog hreflang-Test.

Falsche Sprach-/Länderkennung

Ein typisches Beispiel falscher Sprach- bzw. Länderangaben ist die Länderkennung von Großbritannien. Hin und wieder wird „UK“ verwendet. Das ist falsch, denn die korrekte Länderkennung ist „GB“. Oder die Sprachkennung für Inhalte in tschechischer Sprache: Wird der Sprachcode „cz“ verwendet, wäre das falsch. Der korrekte Sprachcode lautet „cs“. Nach der Erstellung von hreflang Tags sollten diese immer geprüft werden, z. B. mit Screaming Frog SEO Spider.

3xx/4xx Statuscodes

Jede Website sollte regelmäßig gecrawlt werden, um fehlerhafte HTTP-Statuscodes zu ermitteln. Vor allem wenn ein Website-Relaunch durchgeführt wurde. Wenn hreflang-URLs auf nicht-erreichbare Seiten verlinken, ist das aus SEO-Sicht problematisch. Das muss vermieden werden.

hreflang und Canonical Tags setzen falsche Signale

Jede hreflang-URL muss einen HTTP Statuscode 200 (Ok) liefern. Wird die URL jedoch durch ein Canonical Tag entwertet, wäre das ein schlechtes Signal für Suchmaschinen. Das kann zu ungewünschten Indexierungszuständen führen. Deshalb sollen hreflang-URLs nur auf erreichbare und indexierbare Ressourcen verlinken. Mit dem Screaming Frog können derartige Probleme enttarnt werden.

⚠️ hreflang-Irrtümer

Selbstreferenz ist nicht notwendig

Wer behauptet, die hreflang-Selbstreferenz ist notwendig, der liegt falsch. John Müller hat am 05.05.2017 hier mitgeteilt, dass eine hreflang-Selbstreferenz nicht zwingend erforderlich ist.

XML Sitemaps sind nicht besser

Die Praxis zeigt, dass hreflang in XML Sitemaps nicht schneller verarbeitet wird. Denn Signale werden zum Zeitpunkt des Crawlens überprüft, egal ob die hreflang-Angaben in einer XML Sitemap stehen oder eine andere Variante genutzt wird.

hreflang URLs können auch relativ angegeben werden

John Müller weist auf Twitter darauf hin, dass sowohl Canonical URLs als auch hreflang URLs relativ angegeben werden können. Allerdings empfiehlt er die Angabe absoluter URLs, siehe hier.

Weiterführende Literatur

Dieser Blog-Beitrag ist Teil einer SEO International-Serie:

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