SEO International – Teil 2: hreflang Tags

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  25. Januar 2019

Du planst Dein Online Business mehrsprachig und/oder für mehrere Länder auszurichten? Dann empfehle ich Dir hreflang Tags zu nutzen, um Duplicate Content zu vermeiden und zu gewährleisten, dass die richtigen Inhalte im gewünschten Suchmaschinenindex ausgeliefert werden. Im zweiten Teil des SEO International-Workshops erfährst Du, wie hreflang Tags richtig genutzt werden.

Dieser SEO International-Workshop besteht aus mehreren Beiträgen:

Was bedeutet: hreflang?

hreflang Markup teilt Suchmaschinen mit, für welche Sprache und optional Region (Land) der Inhalt einer Webseite, PDF-Datei, etc. bestimmt ist. Suchmaschinen können so die richtige Sprachversion in den Suchergebnissen ausliefern. Für den Website-Besucher bleiben diese Informationen verborgen.

  1. Wenn exakte/ identische Inhalte der selben Sprache unter mehreren URLs erreichbar sind.
  2. Wenn exakte/ identische übersetzte Inhalte unter mehreren URLs erreichbar sind.

(Warum das automatische Übersetzen von Texten, zum Beispiel mit dem Google Website Übersetzer-Plugin, aus SEO-Sicht nicht empfehlenswert ist, erfährst Du in diesem Beitrag: Texte auf Webseiten automatisch übersetzen?)

HTML Syntax: hreflang Tags festlegen

hreflang Tags können auf verschiedene Weise angegeben werden: Im head-Bereich einer Webseite, im HTTP Header oder in einer XML Sitemap. Am häufigsten wird die Markup im HTML Quellcode einer Seite definiert, weil am einfachsten für viele Webmaster umsetzbar. Deshalb beschränke ich mich im folgenden auf die Angaben im HTML Quellcode (Header).

HTML Syntax mit Sprachangabe für eine Webseite:

oder mit zusätzlicher Beschränkung auf ein Land:

  • Alle URLs mit exakten bzw. übersetzten Kerninhalt muss mittels hraflang Tags angegeben werden, auch die URL der Webseite selbst. (Selbstreferenz)
  • Sprach- und Länderkennung können in Klein- oder Großbuchstaben angegeben werden.
  • hreflang=““ gibt die Sprache als Sprachkennung im ISO 639-1 Format an. Ist die Webseite auch für eine geografische Region ausgerichtet, wird die Länderkennung, durch einen Bindestrich getrennt, im ISO 3166-1 aplpha-2 Format hinter der Sprachkennung ergänzt.
  • href=““ gibt immer die absolute URL einer Webseite an.
  • Besitzt eine Webseite keine spezifische Sprach- oder Länderkennung im hreflang Tag, erhält sie das x-default hreflang Link-Attribut.

Beispiel: Deutscher Inhalt für D-A-CH-Region

Angenommen ein Online Shop-Betreiber möchte sein Sortiment (oder einen Teil davon) nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich und der Schweiz anbieten. Nun kann er seinen Shop spiegeln und die Inhalte so belassen bzw. regionalspezifisch anpassen, wie die Währung. Problematisch wird das für Suchmaschinen, denn sie finden diese Inhalte mehrfach und müssen willkürlich entscheiden, welcher Inhalt nun für welchen Suchindex (Google.de vs. Google.at vs. Google.ch) relevant ist. hreflang löst dieses Problem.

Der Shop-Betreiber hat seine Inhalte zum Beispiel so strukturiert:

  • https://de-de.mein-shop.com/: deutschsprachige Nutzer in Deutschland
  • https://de-AT.mein-shop.com/: deutschsprachige Nutzer in Österreich
  • https://de-CH.mein-shop.com/: deutschsprachige Nutzer in der Schweiz

Auf allen drei Subdomains sind die Inhalte gleich oder identisch, sodass für jede Webseite festgelegt werden muss, für welchen Suchmaschinen Index der Seiteninhalt bestimmt ist, sowie alle Duplikate. Am Beispiel der Startseiten definiere ich die hreflang Mrkup:

hreflang Struktur

Beispiel hreflang Sytnax // Sistrix hreflang Markup Generator
Beispiel hreflang Sytnax // Sistrix hreflang Markup Generator

hreflang HTML Syntax

Diese hreflang Markup muss in den HTML Quellcode im Head-Bereich jeder der drei Startseiten notiert werden:

Besucher sehen die hreflang-Tags nicht, denn sie sind ausschließlich für Suchmaschinen-Bots im HTML Quellcode hinterlegt. Suchmaschinen-Bots erkennen diese Anmerkungen und erfahren von den alternativen Inhalten. (de-DE versus de-AT versus de-CH) Duplicate Content wird so vermieden und die Suchmaschine ist in der Lage, die richtigen Inhalte im gewünschten Suchindex auszuliefern.

Neben hreflang Tags nutzt Google auch weitere Kennzeichen, wie Serverstandort, Sprachangaben (Meta language), TLD, die internationale Ausrichtung bei gTLDs in der Google Search Console, Adresse im Impressum, Währung, Herkunft der Backlinks, etc.

Der Sparplan: Eine URL für mehrere geografische Regionen

Theoretisch kannst Du den Inhalt einer Webseite für mehrere geografische Regionen (Länder) ausrichten. Angenommen eine deutschsprachige Webseite soll für Google Nutzer aus Deutschland, Österreich, Schweiz relevant sein, dann kannst Du im HTML Quellcode der Webseite folgende hreflang-Anmerkungen hinterlegen:

Vorteil dieser Methode ist, dass Du die Crawlability Deiner Website optimierst, weil Du nur eine Webseite für mehrere Länder bereitstellst. Es müssen weniger Webseiten gecrawlt werden.

Sonderfall: hreflang x-default

Das hreflang x-default Link-Attribut ist ein Sonderfall. Gibt man im hreflang-Attribut statt der Sprachkennung den Wert „x-default“ an, wird diese Webseite keiner bestimmten Sprache und keiner bestimmten Region zugewiesen. Jedem Nutzer, der nicht zu einer Alternative der Webseite passt, wird diese Webseite in den Suchergebnissen vorgeschlagen. Eine x-default-Seite dient für Suchmaschinen als Standardseite, wenn keine andere Webseite passt.

hreflang x-default bietet sich für Websites mit Inhalten in vielen Sprachen/für viele Länder an. Häufig stellt die hrelang x-default-Seite ein Auswahlmenü in Form einer Liste oder Weltkarte bereit, wo der Besucher die gewünschte Sprachversion selbst, und nicht durch Suchmaschinen bestimmt, auswählen kann.

hreflang x-default-Seite der internationalen Canon-Website
hreflang x-default-Seite der internationalen Canon-Website
hreflang x-default-Seite der Apple-Website zur Auswahl der gewünschten Sprachversion/Region
hreflang x-default-Seite der Apple-Website zur Auswahl der gewünschten Sprachversion/Region

hreflang Tool-Empfehlungen

Diese Online Tools helfen bei der Erstellung von hreflang-Anmerkungen:

Diese Online Tools helfen bei der Überprüfung (Validierung) der hreflang-Markup:

Google Hilfe

Das Google Hilfe-Video erklärt nochmals, was hreflang ist und wie es angewendet wird:

Video: Google Hilfe zur richtigen Verwendung von hreflang

⚠️ Typische hreflang-Fehler die du vermeiden solltest

Die Notation von hreflang Markup kann bei großen Websites und Shops mit mehreren tausend Seiten schnell umfangreich werden, was zu verschiedenen Validierungsfehlern führen kann. Im Folgenden liste ich typische Fehler auf, die Du dringend vermeiden solltest:

hreflang Tags fehlen

Der populärste Fehler schlechthin ist die fehlende Verwendung von hreflang Tags bei internationalen Websites. Werden Inhalte in mehreren Sprachen und/oder für unterschiedliche geografische Regionen bereitgestellt, ist hreflang Pflicht. Werden hreflang Tags vergessen, kann das eine spürbare Limitierung des Optimierungsgrades darstellen.

hreflang nicht auf Seitenebene definiert

hreflang wird auf Seitenebene definiert. Deshalb müssen sich die URLs in der Markup immer auf die jeweilige Webseite und deren Alternativen beziehen. In der Praxis habe ich mehrfach festgestellt, dass die URLs nur die Domain/s enthalten. Dieser Fehler ist schwerwiegend und dringend zu vermeiden.

Fehlende Selbstreferenz

Der Fehler, die URL der betreffenden Webseite nicht als hreflang Markup zu notieren, kommt häufig vor. hreflang muss immer alle Alternativen einer Webseite und die Webseite selbst notieren. Das muss gewährleistet werden.

Unvollständige Angaben

Schnell kann es passieren, dass die hreflang-Angaben unvollständig sind, z. B. weil im Verlauf der letzten Monate/Jahre weitere Sprachen bereitgestellt worden sind und die Markup nicht ergänzt wurde. Eine Website entwickelt sich im Idealfall kontinuierlich weiter. Dabei sollte die Korrektur/Ergänzung der hreflang Markup nicht vergessen werden.

Falsche Sprach-/ Länderkennung

Ein typisches Beispiel falscher Sprach- bzw. Länderangaben ist die Länderkennung von Großbritannien. Hin und wieder wird „UK“ verwendet. Das ist falsch, denn die korrekte Länderkennung ist „GB“. Oder die Sprachkennung für Inhalte in tschechischer Sprache: Wird der Sprachcode „cz“ verwendet, wäre das falsch. Der korrekte Sprachcode lautet „cs“. Nach der Erstellung von hreflang Tags sollten diese immer tiefgründig bewertet werden.

4xx Statuscodes

Seiten die bei der Erstellung der hreflang Markup bestanden, können irgendwann nicht mehr vorhanden sein und einen Statuscode 4xx ausgeben. In diesem Fall würden hreflang-URLs auf Fehlerseiten verweisen. Ich empfehle regelmäßig zu prüfen, ob die URLs der hreflang Markup erreichbar sind und einen Statuscode 200 ausgeben. Für umfangreiche Domain-Cluster empfehle ich die Validierung mit dem Tool: Audisto.

hreflang und Canonical Tags setzen falsche Signale

Werden Canonical Tags verwendet, kann das bei Verwendung von hreflang zu technischen Problemen führen, zum Beispiel wenn eine URL mittels hreflang auf sich selbst verweist aber das Canonical Tag auf eine kanonische URL einer anderen Sprachversion. Deshalb sollte eine Validierung von hreflang Tags in Verbindung mit Canonical Tags stets sorgfältig erfolgen.

Lese auch die anderen Beiträge des SEO International-Workshops:

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