Fehler 404 Seite nicht gefunden – und nun?!

  28. August 2018

Aus SEO-Sicht sollte eine Seite intern und extern nur auf Ressourcen verlinken, die erreichbar sind. Fehlerhafte Links können sich negativ auf den Crawl-Prozess von Suchmaschinen auswirken und unnötig die Absprungrate (bounce rate) der Besucher erhöhen. In Einzelfällen kann es jedoch erforderlich sein, den „Fehler 404 Seite nicht gefunden“ auszuliefern. In diesem Beiträg erkläre ich diesen Zusammenhang.

Wichtige HTTP Statuscodes

404 Fehler - SchemaDas HTTP-Protokoll ermöglicht eine Vielzahl unterschiedlicher Statuscodes als Antwort eines Webservers auf die Anfrage eines Nutzers. Das kann eine URL-Direkteingabe im Browser sein oder der Klick auf einen Link von einer Webseite.

Grundsätzlich sollten verlinkte Seiten den Statuscode 200 (OK) liefern. Wenn eine Seite nicht erreichbar ist, liefert sie meist den HTTP Statuscode 404 (Not found) oder 410 (Gone). Nicht erreichbare Webseiten können allerdings zu einer Verschlechterung der Crawlbarkeit führen und sollten i.d.R. vermieden werden, häufig ist eine Weiterleitungen (Redirects) angebracht. Dauerhafte Weiterleitungen sollten den Statuscode 301 liefern. Der Statuscode 302 sollte nur für temporäre Weiterleitungen verwendet werden – zum Beispiel, wenn eine HTML Seite kurzfristig nicht und in zeitnah wieder erreichbar sein wird. Wenn der Server temporär nicht zur Verfügung steht, liefert dieser einen Statuscode 5xx, häufig einen Statuscode 503. So können relaltiv schnell Web-Server-Probleme identifiziert werden.

StatuscodeHinweis
200 (OK)Die Anfrage wurde erfolgreich bearbeitet und das Ergebnis der Anfrage wird in der Antwort übertragen.
301 (Moved Permanently)Die angeforderte Ressource steht ab sofort unter einer neuen URL bereit. Die bisherige URL ist nicht länger gültig.
302 (Moved Temporarily)Die angeforderte Ressource steht vorübergehend unter einer neuen URL bereit.
404 (Not found)Die angeforderte Ressource wurde nicht gefunden. Dieser Statuscode kann ebenfalls verwendet werden, um eine Anfrage ohne näheren Grund abzuweisen. Links, die auf solche Fehlerseiten verweisen, werden auch als „Tote Links“ bezeichnet.
410 (Gone)Die angeforderte Ressource wird nicht länger bereitgestellt und wurde dauerhaft entfernt.
503 (Service Unavailable)Der Server steht temporär nicht zur Verfügung, zum Beispiel wegen Überlastung oder Wartungsarbeiten. Indexierte URLs werden aus dem Suchmaschinen-Index nicht entfernt.

404 Fehler sind nicht grundlegend schlecht

Klickt ein Besucher auf einen Link der auf eine nicht erreichbare Ressource verlinkt, erhöht sich die Absprungrate (bounce rate) unnötig – denn viele Websites besitzen keine optimierte 404 Fehlerseite, sodass hohe Absprungraten generiert werden. Aus diesem Grund sollte jede Website regelmäßig auf 404 Fehler geprüft werden.

Bei meinen SEO Trainings und Workshops stelle ich immer wieder fest, dass das Thema fast verteufelt wird. Einige Kursteilnehmer haben gelesen oder wurden beraten, dass ein 404 Fehler grundlegend schlecht ist. Falsch! Einige Sonderfälle rechtfertigen einen Statuscode 404/ 410.

Beispiele, die einen Statuscode 4xx rechtfertigen

  • Ausverkaufte Artikel in einem Online Shop: Google empfiehlt bei ausverkauften Artikeln den Headercode 404 „Page not Found“ zu liefern, wenn ein Artikel nicht verfügbar ist und nicht mehr angeboten wird.
  • HTML Seiten mit expires date: Seiten mit einem Ablaufdatum (Meta Tagexpires„) sollten einen 404 Fehler oder 410 Fehler ausgeben, wenn diese abgelaufen sind. Die Maßnahme dient zur Indexhygiene, um sie mit Ablaufdatum schnell aus dem Suchmaschinen-Index zu entfernen. Ein praktisches Beispiel dafür sind Kinoprogramm-Seiten oder tagesaktuelle Veranstaltungsseiten. Das Meta Tag wird im HTML Header einer Webseite angegeben:
  • Veraltete Seiten nach einem Relaunch: Bei einem Relaunch wird eine Website häufig aufgeräumt. Veraltete oder nicht mehr erforderliche Webseiten werden dabei deaktiviert. Damit diese schnell aus dem Suchmaschinen-Index entfernt werden, sollten diese Seiten einen Statuscode 404 oder 410 liefern (bevor sie ggf. dauerhaft weitergeleitet werden).

Ressourcen mit Statuscodes 404/ 410 identifizieren

Mittlere und große Websites hinsichtlich interner Verlinkungsfehler zu identifizieren, ist fast unmöglich. Dafür gibt es spezielle Tools, die einem die Arbeit abnehmen, so dass man sich auf die Bewertung und ggf. Behebung von 404 Fehlern konzentrieren kann. Ich empfehle folgende Tools:

  • Screaming Frog SEO Spider
  • SISTRIX Optimizer Tool
  • Audisto – Advanced Analytics and Audits
  • Xovi OnPage Analyse
  • SemRush Site Audit

Abschlussbemerkungen

404 Fehler zu verteufeln ist schlichtweg falsch. Im Interesse einer effizienten Indexhygiene sind 4xx Statuscodes erforderlich – besonders für große Websites und Shops. Deshalb sollte jeder Website-Betreiber individuell bewerten, wann eine Weiterleitung und wann ein 4xx Statuscode richtig ist.

Kommentare(1)

  • Eduard Wensler
    6. Februar 2017, 17:04  Antworten

    Zur Ergänzung: eine Status-Code-Ausgabeseite darf auch gut und gerne kreativ, hilfreich und weiterführend für den verirrten Besucher sein. Dazu hat t3n ein paar gute Bsp. zusammengefasst: http://t3n.de/news/404-error-in-kreativ-333407/

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