Google Disavow Tool: Backlinks ungültig erklären

Suchmaschinen-Gigant Google bietet Website-Betreibern die Möglichkeit, schlechte Links mittels Disavow File zu entwerten. Die Meisten werden ein Disavow File nicht erstellen müssen. Doch der kleine Teil, der von einer Manuellen Maßnahme – einer Google Abstrafung wegen unnatürlich eingehender Links – betroffen ist, wird den Nutzen des Google Disavow Tool zu schätzen wissen. In diesem Beitrag erkläre ich, wie man ein Disavow File erstellt und wie man Links richtig für ungültig erklärt.

Updates zum Google Disavow Tool

10 April 2017
Disavow Tool'
Disavow Tool

10.04.2017

Gary Illyes von Google machte am 07.04.2017 auf Twitter eine interessante Aussage, denn sollte man nach dem Hinzufügen von Links/Domains im Google Disavow File Rankingverluste feststellen, rät Gary die unauffälligeren Links zu entfernen. Man habe volle Kontrolle darüber. („that, and if you see your rankings dropped after a disavow, just remove the less shady links from the file. You have total controlQuelle)

Was bedeutet: disavow?

Wer gegen die Google Richtlinien verstößt, kann abgestraft werden. Diese Abstrafung erfolgt algorithmisch, zum Beispiel wie beim Panda Algorithmus, oder manuell durch einen Quality Rater des Google Webspam-Team. Letzteres stellt eine Manuelle Maßnahme dar. Erhält eine Domain eine Manuelle Maßnahme, wird der Website-Betreiber per Google Search Console informiert. Diese wird erst aufgehoben, wenn die Ursachen vollkommen beseitigt worden sind.

Tipp: Für jede aktiv genutzte Domain sollte eine Google Search Console-Property erstellt werden.

Das Google Disavow Tool ermöglicht dem Website-Betreiber eine Textdatei einzureichen, in dem Links oder Domains aufgelistet werden, die Google ignorieren soll. Hierbei handelt es sich um schädliche Links, die zu einer Manuellen Maßnahme wegen unnatürlich eingehender Links führen können. Gelingt es dem Website-Betreiber diese auffälligen Links zu entwerten, verläuft ein Reconsideration Request (Antrag auf erneute Überprüfung) in der Regel erfolgreich – sollte eine Manuelle Maßnahme vorliegen.

Mit „disavow “ ist das entwerten schädlicher Links mittels Google Disavow Tool gemeint.

Funktioniert das disavowen von Links auch bei Penguin?

Laut Google ist das disavowen von Links in Bezug auf den Penguin Algorithmus nicht erforderlich. Der Webspam Algorithmus entwertet schädliche Links selbstständig, so dass keine Link-Signale übertragen werden und die Zielseite/Domain nicht schädigen. Das Google Disavow File hilft bei einer Manuellen Maßnahme – also einer vorliegenden Abstrafung oder als vorbeugende Maßnahme, um eine Manuelle Maßnahme zu vermeiden. Weitere Informationen: Für eine Penguin Recovery ist keine Disavow Liste erforderlich

Wie erstellt man ein Disavow File?

Das Disavow File kann mit einem herkömmlichen Texteditor erstellt und als TXT-Datei gespeichert werden. Weitere Hinweise:

  • Die Codierung muss UTF-8 oder 7-Bit-ASCII sein.
  • Die Datei enthält nur Link-URLs oder Domains die man für ungültig erklären möchte.
  • Auf jeder Zeile darf nur eine Link-URL oder eine Domain stehen.
  • Sollen alle Links einer Domain für ungültig erklärt werden, beginnt die Zeile mit: domain:
  • Zeilen-Kommentare beginnen mit: #

Beispiel

Ein Google Disavow File könnte so aussehen:

Wie reicht man die Textdatei bei Google ein?

  1. Aufruf des Disavow Tools
  2. Auswahl der Website, für die ein Disavow File erstellt worden ist.
  3. Klick auf: Links für ungültig erklären.
  4. Auf Datei auswählen klicken, ggf. vorhandene Textdatei zuvor löschen.
  5. Auf Senden klicken, Fertig.

Im Anschluss erhält man eine E-Mail zur Bestätigung, dass der Vorgang erfolgreich abgeschlossen ist.

Wie findet man Backlinks, die man für ungültig erklären sollte?

Zunächst sollte man so viele Links wie möglich zusammentragen: Beispiel-Links der Search Console-Property und Links aus Majestic, Kerboo, SISTRIX Toolbox, ahrefs, Searchmetrics, XOVI, SEMrush … Werden keine kostenpflichtigen Tools genutzt, besitzt man zumindest mit den Beispiel-Links aus der Search Console eine solide Datenbasis.

Ideal wäre nun ein Link-Audit durchzuführen. Hilfreich sind die Link Research Tools oder das XOVI Disavow Tool. Hierbei werden diese Links anhand komplexer Algorithmen bewertet und man erhält einen Eindruck, wie schädlich/unnatürlich jeder einzelne Link zu sein scheint. Die schlechten Links empfehle ich nochmals selbst zu prüfen und mit gesundem Menschenverstand zu bewerten, ob der Link hilfreich ist oder ob man diesen besser für ungültig erklären sollte. Als Ergebnis erhält man eine Liste von Link-URLs und Domains, die ungewünscht sind, der Disavow Liste hinzugefügt und im Google Disavow Tool hinterlegt werden sollten.

Ergebnisse // XOVI Disavow Tool
Beispiel: XOVI Disavow Tool

Wie entscheidet man, ob ein Link schädlich ist?

Grundsätzlich sollte man die linkgebende Seite aufrufen und sich fragen, ob man auf dieser Seite verlinkt werden möchte. Wirkt die Seite seriös, besteht ein thematischer Zusammenhang mit der Zielseite den Links, ist der Seiteninhalt hilfreich, aktuell, informativ?

Ergänzend zu diesen „weichen“ Prüfkriterien kann man auch OffPage-Metriken zu Rate ziehen. Mein Tipp: Die linkgebende Seite/Domain mit dem moz Open Site Explorer prüfen. Die „Domain Authority “ gibt Auskunft, wie vertrauenswürdig die linkgebende Domain zu sein scheint, die „Page Authority “ informiert über die Vertrauenswürdigkeit der linkgebenden HTML Seite. Durch den „moz Spam Score “ bekommt man einen Hinweis, wie schädlich die Backlinks der linkgebenden Domain offenbar sind.

Linkbewertung // moz Open Site Explorer
Beispiel: Linkbewertung // moz Open Site Explorer

Wem diese Daten nicht ausreichen, dem empfehle ich Majestic. Das populäre Tool verwendet eigene Link-Metriken, die bei einer Linkbewertung hilfreich sind. Der Majestic Site Explorer bietet mit dem „Trust Flow “ und dem „Citation Flow “ zwei Metriken, die eine seriöse Linkbewertung unterstützen. Diese kann man auf Basis des aktuellen Index (alle Links der letzten 90 Tage, täglich aktualisiert) oder dem historischen Index (alle bekannten Links) berechnen.

Beispiel: Linkbewertung // Majestic Site Explorer
Beispiel: Linkbewertung // Majestic Site Explorer

Eine Linkbewertung kann umfangreich werden, wenn die Linkliste groß ist. Daran geht aber bei einer vorliegenden Maßnahme kein Weg dran vorbei. Wer nun auf die Idee kommt, alle Links zu disavowen, die auf den ersten Blick unseriös wirken, schwächt die eigene Domain. Denn einmal im Disavow Tool eingereicht, werden diese Links von Google ignoriert und positive Signale nicht mehr übertragen. Das kann zu Verschlechterungen und Verlusten von Keyword-Rankings führen, wodurch der organische Traffic einbricht.

Tipp: Um den externen Linkgraphen der Domain nicht unnötig zu schwächen, sollte man nur die Links disavowen, die konkrete negative Signale besitzen.

Wie oft sollte man das Disavow File aktualisieren?

Das kann man pauschal nicht beantworten. Generell empfehle ich den externen Linkgraphen einer Domain mindestens zwei Mal pro Jahr zu bewerten und bei Bedarf das Disavow File zu aktualisieren. Dabei sollte man auch die entwerteten Links prüfen, denn es ist möglich das eine linkgebende Seite oder Domain optimiert wurde und die Entwertung nicht mehr erforderlich ist. Diese Einträge sollten natürlich entfernt werden.

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