Google Abstrafung durch Linkabbau beheben

  28. August 2018

Bei einer Google Abstrafung kann ein Linkabbau erforderlich sein, jedoch nur, wenn sich die Maßnahme auf unnatürlich eingehende Links bezieht. Der Linkabbau kann erheblichen Einfluss auf die Sichtbarkeit der Domain haben. Werden hilfreiche und wichtige Backlinks abgebaut, wäre das fatal. Erfahre jetzt die Grundlagen für einen zielgerichteten Linkabbau bei einer Google Abstrafung (Manuelle Maßnahme).

Google Abstrafung - Linkabbau - Header

Was bedeutet Linkabbau?

Linkabbau beschreibt das manuelle Entfernen oder Verändern von Backlinks und findet oft Anwendung, um die Anzahl minderwertiger externer Links zu reduzieren. Man unterscheidet zwischen dem Entfernen von Backlinks, was durch den Betreiber der linkgebenden Domain geschieht und in der Praxis oft schwierig zu erreichen ist und dem Entwerten von Backlinks mit dem Google Disavow Tool. Letztere Maßnahme hat jedoch nur Einfluss auf die Google Suche und nicht auf andere Suchmaschinen, wie bing, Yandex oder Baidu.

Wann ist Linkabbau erforderlich?

Seitdem Google konsequent gegen Linkspam vorgeht, sind tausende Manuelle Maßnahmen vollstreckt worden. Zudem führten automatisierte Penguin Algorithmus-Updates teilweise zu spürbaren Verlusten, wie das folgende Beispiel zeigt: Aufgrund von unnatürlich eingehenden Links wurde die Domain vom Google Penguin Update #1 erfasst und verlor 99 Prozent seiner Sichtbarkeit unter Google.de, das ist jedoch nur ein Beispiel von vielen betroffenen Domains.

Beispiel: Google Penguin #1 Abstrafung
Beispiel: Google Penguin #1 Abstrafung

Als weiteres Google Penguin-Beispiel möchte ich die Domain dslweb.de nennen. Sie wurde im Mai 2013 vom Penguin 2.0 hart getroffen, konnte aber im Oktober 2016 durch Penguin 4.0 einen spürbaren Sprung machen und baut seitdem kontinuierlich seine Sichtbarkeit auf:

Beispiel: Google Penguin Verlierer und Gewinner: dslweb.de
Beispiel: Google Penguin Verlierer und Gewinner: dslweb.de

Unnatürliche Backlinks – Ursache der Google Abstrafung?

Backlinks zählen zu den drei wichtigsten Google Rankingfaktoren, siehe hier. Je häufiger eine Domain extern verlinkt wird, desto stärker kann sich das positiv auf ihr Rankingpotenzial in der Google Suche auswirken. Vorausgesetzt, die Backlinks stammen von vertrauenswürdigen Quellen und thematisch relevanten Seiten.

Mit den Penguin Updates folgte ein spürbares Umdenken im Linkbuilding. Die Verschärfung der Qualitätsrichtlinien ermöglicht es Google, nun offensiver gegen unnatürliche Linkprofile vorzugehen – besonders bei einer Teilnahme an Linktauschprogrammen.

Historie der Google Penguin-Updates

  • 24.04.2012: Penguin 1.0
  • 24.05.2012: Penguin 1.1
  • 05.10.2012: Penguin 1.2
  • 22.05.2013: Penguin 2.0
  • 04.10.2013: Penguin 2.1
  • 17.10.2014: Penguin 3.0
  • 23.09.2016: Penguin 4.0

Ursachen einer Penguin-Penalty

Alle Penguin Updates vor Update #4 ergänzten den Core-Hummingbird-Suchalgorithmus. Diese sollten unnatürliche Linkprofile automatisch erkennen und auffällig eingehende Links entwerten. Häufige Ursachen einer Penguin-Abstrafung:

  • Kauf und Miete von dofollow-Links
  • Auffällig viele Money-Keywordlinks („Versicherungsvergleich“, „Handytarife“, etc.)
  • Backlinks von minderwertigen Quellen
  • Unnatürliche Linkprofile im Branchenvergleich

Wurden die Ursachen vom Website-Betreiber abgestellt, konnte sich die Domain erst beim nächsten Penguin-Update erholen. Bis dahin trat keine Änderung ein. Weil der Abstand der inkrementellen Penguin Updates häufig mehrere Monate betraf, waren viele Website-Betreiber verärgert – die Ursache wurde abgestellt aber keine Verbesserung war möglich.

Mit dem Penguin 4.0 wurde der Webspam-Algorithmus im September 2016 in den Core-Hummingbird Suchalgorithmus implementiert und läuft seitdem real time. Eine wichtige Änderung ist, dass Domains nicht mehr abgestraft werden, sondern auffällige Backlinks automatisch entwertet werden. Das impliziert, dass Du nur noch bei einer Manuellen Maßnahme bzw. Sicherheitsproblemen aktiv werden musst.

Wie Du erkennst, ob eine Manuelle Maßnahme vorliegt

Eine Manuelle Maßnahme wird von Google ausgelöst und von einem Google Quality Rater geprüft. Im Search Console-Profil Deiner Website wirst Du darüber informiert. Öffne das Profil und wähle in der Navigation unter „Suchanfragen“ den Link „Manuelle Maßnahme“:

Es liegt keine Manuelle Maßnahme vor // Google Search Console
Es liegt keine Manuelle Maßnahme vor // Google Search Console

Welche Arten von Manuellen Maßnahmen gibt es?

Eine Manuelle Maßnahme wird ausgelöst, wenn Google auf einer Website oder einzelnen Seite Probleme feststellt, weil der Suchindex manipuliert werden soll. Google stuft diese Versuche nicht unbedingt als gefährlich für Nutzer ein. Die Konsequenz für den Website-Betreiber ist eine Herabstufung der betreffenden Website oder Seite, so dass nur noch niedrige Rankings in den Suchergebnissen erzielt werden oder ein kompletter Ausschluss aus den Suchergebnissen erfolgt.

Auf Sicherheitsprobleme weist Google im Search Console-Profil hin, wenn Deine Website gahackt wurde oder ein Verhalten aufweist, dass für Besucher und deren verwendete Geräte gefährlich sein kann. Häufige Ursachen dafür sind Phishing-Angriffe oder die Installation von Malware und anderer Schadsoftware auf dem System des Nutzers. Greift ein Nutzer mit dem Chrome-Browser auf eine solche Seite zu, wird eine Warnung angezeigt, um den Nutzer auf die Gefahr hinzuweisen.

Beispiel: Malware Warnung im Chrome Browser
Beispiel: Malware Warnung im Chrome Browser
Beispiel: Manuelle Maßnahme aufgrund Markup mit Spamstrukturen
Beispiel: Manuelle Maßnahme aufgrund Markup mit Spamstrukturen

Häufige durchgeführte Maßnahmen sind:

  • Gehackte Website
  • Nutzergenerierter Spam
  • Kostenlose Spamhosts
  • Markup mit Spamstrukturen
  • Eingehende unnatürliche Links zur Website
  • Inhalte von minderwertiger Qualität mit geringem oder gar keinem Mehrwert
  • Cloaking bzw. irreführende Weiterleitungen
  • Ausgehende unnatürliche Links von der eigenen Website
  • Reine Spamwebsite
  • Bilder-Cloaking
  • Verborgener Text bzw. überflüssige Keywords

Handlungsmöglichkeiten bei einer Manuellen Maßnahme wegen unnatürlicher Links

Sollte eine Manuelle Maßnahme aufgrund unnatürlicher Links für Deine Website vorliegen, hast Du zwei Möglichkeiten:

  1. Eine neue Domain erschließen und dort mit relevanten Inhalten von Null beginnen, ohne Weiterleitungen von der abgestraften Domain zur neuen Domain einzurichten.

    Beispiel eines erfolgreichen Domain-Wechsel // SISTRIX Toolbox
    Beispiel eines erfolgreichen Domain-Wechsel // SISTRIX Toolbox

  2. Die Ursachen analysieren und Linkabbau mit anschließendem Linkaufbau betreiben.

Wohingegen die erste Möglichkeit vielversprechend aber zeitintensiv und teuer ist, kann die zweite Möglichkeit schneller zum gewünschten Erfolg führen oder eben fehlschlagen. Dieser Beitrag zeigt, wie ich eine Manuelle Maßnahme innerhalb von 3 Tagen abwenden konnte.

SEO-Tipps zum Linkabbau

Trotz das es inzwischen sehr gute SEO-Tools für einen zielführenden Linkabbau gibt, ist diese Maßnahme sensibel. Den Linkabbau kannst Dir in etwa so vorstellen: Angenommen eine Domain besitzt 100.000 Backlinks von 1.000 Domains.

Deine erste Herausforderung besteht darin, eine große Link-Datenbasis zu generieren. Je mehr Backlinks Du analysieren kannst, desto höher ist Deine Erfolgschance, die Ursache zu beheben. Die Backlinks müssen nun bewertet werden, ob sie potenziell schädlich sind oder nicht. Verschiedene Tools können Dir dabei helfen. Auf Basis komplexer algorithmischer Berechnungen der Linkquellen machen sie Dir Vorschläge, welche Links potenziell gefährlich sind. Nun sollte jeder dieser Links von Hand bewertet werden. Diese Maßnahme erfordert Erfahrung, denn werden hilfreiche Backlinks entwertet, kann das Deine Domain spürbar schwächen. Du hast also nichts gewonnen, die Ursache ist durch den Linkabbau bzw. die Entwertung abgewendet, die Domain aber unnötig geschwächt worden.

Beispiel: Link Detox-Analyse // Link Research Tools
Beispiel: Link Detox-Analyse // Link Research Tools

Nach erfolgter Sichtung und Bewertung nimmst Du nun Kontakt mit dem Website-Betreiber der ungewünschten Linkquellen auf und bittest um Entfernung der Backlinks. Es kann auch zielführend sein, den Backlink nicht abzubauen, sondern seinen Linktext zu verändern, zum Beispiel um Money-Keyword-Links („Versicherungsvergleich“) durch neutrale Brandlinks („www.meine-webseite.de“), Compound-Links („Dort erhält man hilfreiche Informationen zum Versicherungsvergleich.“) oder sonstige Links („mehr“) zu ersetzen.

Diese Maßnahme ist erfahrungsgemäß zeitintensiv und leider oft erfolglos, weil die Website-Betreiber nicht reagieren oder sich viel Zeit nehmen, bis die gewünschte Änderung erfolgt. Deshalb tendieren viele Betroffene eher dahin, den Linkabbau zu umgehen und schädliche Links via disavow Tool für ungültig zu erklären. Aus Google-Sicht ist das nicht der ideale Weg. Für viele Website-Betreiber hingegen angebracht, da weniger zeitintensiv und günstiger.

Bei der Erstellung einer Disavow Liste musst Du entscheiden, ob nur die linkgebende Seite oder die Domain für ungültig erklärt werden soll. Diese Liste reichst Du anschließend im Disavow Tool ein. Wie Du eine Disavow Liste erstellst, erfährst Du hier.

Links für ungültig erklären // Google Disavow Tool
Links für ungültig erklären // Google Disavow Tool

Hilfreiche Tools beim Linkabbau

Link Research Tools // Link Detox

Ich nutze häufig die Link Research Tools. Sie bieten vielseitige Möglichkeiten, die interne Datenbasis anzureichern, wie mit Linkdaten der SISTRIX Toolbox oder der Google Search Console. Allerdings sind die Link Research Tools inzwischen unverschämt teuer, so dass ich auch auf andere Tools zugreife, wie ahrefs oder Xovi.

Abstrafungsrisiko vor dem Linkabbau

Beispiel der DTOXRISK einer Website vor dem Linkabbau // Link Research Tools

Abstrafungsrisiko nach dem Linkabbau

Beispiel der DTOXRISK einer Website nach dem Linkabbau // Link Research Tools

moz Spam Score

Der moz Spam Score liefert interessante Erkenntnisse über das Abstrafungsrisiko einer Domain. Er kann durch Verwendung der kostenlosen moz Toolbar für Google Chrome oder Mozilla Firefox erhoben werden (download), allerdings benötigst Du dafür einen kostenloses Account in dem Du Dich einloggen musst.

moz Toolbar
moz Toolbar

Open Site Explorer

Bequemer ist es allerdings, das externe Linkprofil einer Domain, eines Hosts oder einer linkgebenden Seite mit dem „Spam Analysis“-Report des Open Site Explorer zu bewerten. Um den vollen Funktionsumfang nutzen zu können, ist ein moz Pro-Account erforderlich. Das Tool bietet eine Vielzahl von Filter- und Export-Möglichkeiten.

Beispiel: Domain overview // Open Site Explorer
Beispiel: Domain overview // Open Site Explorer

ahrefs

Mein Favorit und meine Empfehlung für ein Link Audit ist ahrefs. Ich denke, dass ahrefs derzeit die größte und aktuellste Linkdatenbasis bietet. Mit ahrefs kannst Du keine Detox-Analyse durchführen, deshalb ist die Software eher für erfahrene Nutzer ausgerichtet. Dennoch bietet sie eine Vielzahl von Daten für schnelle und tiefgründige Link-Analysen.

Beispiel: Domain Compare // ahrefs
Beispiel: Domain Compare // ahrefs

Linkaufbau nach dem Linkabbau

Wurden die schädlichen Links abgebaut oder entwertet, kann es zielführend sein neue Links aufzubauen, um Rankingverluste vorzubeugen – denn durch den Linkabbau wurde die Domain geschwächt. Zielführende Analysen und Bewertungen sind die Basis eines seriösen Linkbuildings. Die Top-Wettbewerber spielen dabei eine entscheidende Rolle. Ein Blick auf deren Linkprofile ist lohnenswert und führt nicht selten zu interessanten Linkquellen. Wird der Linkabbau- und Linkaufbau-Prozess in ein nachhaltiges SEO-Konzept gegossen, ist die Prognose gut, eine Domain wieder auf Erfolgskurs zu bringen.

Domain Compare - Referring Pages // ahrefs
Domain Compare – Referring Pages // ahrefs

Wiederkehrende Link-Audits sind wichtig

Die stete Überwachung des externen Linkprofils Deiner Domain ist meines Erachtens eine elementare Strategie zur Vermeidung einer Manuellen Maßnahme. Oft ist die Durchführung eines Link-Audits pro Quartal ausreichend, bei dem Du das Abstrafungsrisiko (Link-Detox), neue/verlorene Backlinks, die Linktexte, etc. bewertest.

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Senden Sie eine E-Mail
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Kommentare(2)

  • Andre
    22. Juni 2017, 04:42  Antworten

    Liegt eine Korrelation mit einem Penguin-Update vor? (Das kannst Du zum Beispiel hier prüfen.)

    Ich habe mal meine Website geprüft – Änderung im SISTRIX Sichtbarkeitsindex: -51.22%, 2017-05-29
    Unknown Google Update.

    Jetzt ist die Frage wie erkenne ich, welche Backlinks Schuld sind? Laut DomaimValue von Sichtbarkeit 2.4 auf 0,3 was sehr extrem ist.

    • Jens Fröhlich
      22. Juni 2017, 08:56

      Hallo Andre,

      schick mir die Domain doch mal per Kontaktformular zu. Ich schaue mir das mal an.

      Viele Grüße
      Jens

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