Linkabbau bei Google Abstrafung

Moderne Zeiten erfordern moderne Lösungen. Clever muss der SEO heute agieren und profunde Ergebnisse mit Mehrwert liefern. Im OffPage-Segment ist der Bedarf von Linkabbau spürbar gestiegen. Wann Linkabbau erforderlich ist, wie man vorgehen sollte und welche SEO-Tools hilfreich sind, erfährst Du in diesem Beitrag.

Was bedeutet Linkabbau?

Mit Linkabbau ist das manuelle Entfernen oder Verändern von Backlinks gemeint, um die Anzahl minderwertiger Links zu reduzieren. Die Linkbewertung sollte durch einen erfahrenen SEO erfolgen, wohingegen die Linkentfernung nur durch den Website-Betreiber erfolgen kann. Alternativ können Backlinks mit dem Google Disavow Tool für ungültig erklärt werden.

Wann ist Linkabbau erforderlich?

  1. Bei einer Manuellen Maßnahme wegen unnatürlich eingehender Links.
  2. Bei einer Google Penguin-Penalty.

Notwendig oder nicht?

Seitdem der Suchmaschinen-Betreiber Google hartnäckig gegen Linkspam vorgeht, sind tausende Manuelle Maßnahmen (auch: Abstrafung; Penalty) vollstreckt worden. Zudem führten Penguin-Updates teilweise zu spürbaren Entwertungen auffälliger Domains, wie das folgende Beispiel zeigt:

Massiver Einbruch der Sichtbarkeit unter Google.de // SISTRIX Toolbox
Massiver Einbruch der Sichtbarkeit unter Google.de // SISTRIX Toolbox

Typische Ursache: Unnatürliche Backlinks

Backlinks zählen zu den wichtigsten Ranking-Signalen von Google. Je öfter eine Domain verlinkt ist, desto stärker wirkt sich das positiv auf deren SEO Vitalität aus. Vorausgesetzt, die Links stammen von vertrauenswürdigen, themenrelevanten Quellen. Bis frühestens Mai 2012 war das anders. Auf die Themenrelevanz und Qualität von Backlinks wurde beim Linkaufbau wenig Wert gelegt. So wurden möglichst viele Links in Foren, Blog-Kommentaren und nutzlosen Webverzeichnissen aufgebaut.

Nach Penguin 1.0 erfolgte ein spürbarer Umbruch im Linkbuilding, den ich befürworte. Eine Verschärfung der Qualitätsrichtlinien ermöglichte Google offensiver gegen unnatürliche Linkprofile vorzugehen – insbesondere bei der Teilnahme an Linktauschprogrammen (mehr). Die Entwicklungen waren erforderlich, weil die organischen Suchergebnisse durch unnatürliche Linkprofile verzerrt wurden und Suchenden keine Mehrwerte boten.

Historie der Google Penguin-Updates

  • 24.04.2012: Penguin 1.0
  • 24.05.2012: Penguin 1.1
  • 05.10.2012: Penguin 1.2
  • 22.05.2013: Penguin 2.0
  • 04.10.2013: Penguin 2.1
  • 17.10.2014: Penguin 3.0
  • 23.09.2016: Penguin 4.0

Ursachen einer Penguin-Penalty

Penguin ist ein Webspam Algorithmus. Er dient dazu, unnatürliche Linkprofile automatisiert zu erkennen und auffällige Links zu entwerten. Häufige Ursachen einer Penguin-Abstrafung sind:

  • Kauf von dofollow-Links
  • Auffällig viele Money-Keywordlinks („Versicherungsvergleich“, „Handytarife“, etc.)
  • Backlinks von minderwertigen Quellen
  • Auffälligkeiten im Branchenvergleich

Erst wenn die Ursachen abgestellt ist, konnte sich eine Domain beim nächstfolgenden Penguin-Update erholen. Bis dahin trat keine Änderung ein. Reconsideration Requests sind zwecklos. Seit Penguin 4.0 ist das anders. Der Webspam Algorithmus ist seit September 2016 im Hummingbird Suchalgorithmus implementiert und erfolgt real time.

Handlungsmöglichkeiten

Bei einer Manuellen Maßnahme bzw. Penguin Penalty hast Du zwei Möglichkeiten vorzugehen:

  1. Eine neue Domain erschließen und dort mit relevanten Inhalten von Null beginnen, ohne Weiterleitung der abgestraften Domain.
  2. Die Ursache des Einbruchs richtig interpretieren und Linkabbau betreiben.

Wohingegen die erste Möglichkeit risikoavers aber zeit- und Geld-intensiv ist, führt die zweite Möglichkeit schneller zum gewünschten Erfolg (Beispiel). Besonders bei einer Manuellen Maßnahme kann die Domain deutlich schneller auf das alte Niveau gehoben werden.

Linkabbau wird oft unterschätzt

Trotz das es inzwischen sehr gute SEO-Tools für einen zielführenden Linkabbau gibt, ist diese Maßnahme höchst sensibel. Man kann sich die Maßnahme in etwa so vorstellen: Angenommen eine Domain besitzt 100.000 Backlinks von 1.000 Domains. Die erste Herausforderung besteht darin, eine große Link-Datenbasis zu generieren. Je mehr Links bewertet werden, desto höher ist die Erfolgschance. Anschließend sollte man grob selektieren, welche Links potenziell schädlich sind und welche nicht. Der Aufwand ist enorm. Deshalb sollte man Tools verwenden, die anhand komplexer Algorithmen errechnen, welche Links schädlich sind. Auf Grundlage der Berechnungen unterbreitet das Tool Vorschläge, welche Links geprüft werden sollten. Der SEO bewertet jeden Link mit hoher Prüfpriorität von Hand und fällt Entscheidungen zur weiteren Handhabe. Spätestens jetzt wird klar, dass diese Maßnahme viel Erfahrung und Handwerkszeug erfordert. Werden Links falsch bewertet, kann das einerseits dazu führen, dass die kostspielige Maßnahme wirkungslos verpufft. Andererseits wird das externe Backlinkprofil der Domain unnötig geschwächt, weil gute Links abgebaut oder entwertet werden.

Auszug: Links mit hoher Prüfpriorität // Link Research Tools
Auszug: Links mit hoher Prüfpriorität // Link Research Tools

Nach erfolgter Sichtung und Bewertung nimmt man Kontakt mit den Website-Betreibern auf und bittet um Entfernung der schädlichen Links. Manchmal ist es zielführend, den Link nicht abzubauen, sondern den Linktext/Ankertext zu ändern – beispielsweise um Keyword-Links („Versicherungsvergleich“) durch Brandlinks („www.meine-webseite.de“), Compound-Links („Dort erhält man hilfreiche Informationen zum Versicherungsvergleich.“) oder sonstige Links („mehr“) zu ersetzen.

Diese Maßnahme ist erfahrungsgemäß zeitintensiv und leider oft erfolglos, weil Website-Betreiber nicht reagieren oder sich Zeit nehmen, bis die gewünschte Änderung erfolgt. Deshalb tendieren viele Website-Betreiber dahin, den Linkabbau zu umgehen und schädliche Links via disavow Tool für ungültig zu erklären. Aus Google-Sicht ist das nicht der ideale Weg. Für viele Website-Betreiber hingegen angebracht, da weniger zeitintensiv und günstiger.

Bei der Erstellung einer disavow Liste entscheidet der Suchmaschinenoptimierer, ob die linkgebende Seite oder der Host bzw. die Domain für ungültig erklärt werden soll. Diese Liste wird anschließend im disavow Tool eingereicht. Wie eine disavow Liste erstellt wird, erfährst Du hier.

Links für ungültig erklären // Disavow Tool
Links für ungültig erklären // Disavow Tool

Liegt eine Manuelle Maßnahme vor, ist ein Reconsideration Request erforderlich. Der Suchmaschinenoptimierer sollte detailliert beschreiben, welche Maßnahmen erfolgt sind. Dieser wird durch einen Google Mitarbeiter geprüft, worauf er entscheidet, ob die Manuelle Maßnahme aufgehoben wird oder nicht. Liegt keine Manuelle Maßnahme sondern eine Penguin-Penalty vor, heißt es warten. Tipp: In dieser Phase kann das externe Linkprofil durch neue vertrauenswürdige Backlinks gestärkt werden.

Linkaufbau

Wurde umfassender Linkabbau betrieben, kann der Aufbau neuer Links erforderlich werden, um Rankingverluste vorzubeugen. Denn durch den Abbau wird die Domain definitiv geschwächt, weil Links entfernt oder entwertet worden sind. Das sollte aus SEO-Perspektive abgefedert werden. Zielführende Analysen und Bewertungen sind die Basis jedes Linkbuildings. Die Top-Wettbewerber spielen dabei eine entscheidende Rolle. Ein Blick auf deren Links ist lohnenswert und führt nicht selten zu interessanten Linkquellen. Wird der Prozess des Linkabbaus und Linkaufbaus in ein nachhaltiges SEO-Konzept gegossen, ist die Prognose, eine Domain wieder auf Erfolgskurs zu bringen, durchaus gut.

Hilfreiche Tools beim Linkabbau

Link Research Tools // Link Detox

Ich nutze die Link Research Tools aus dem Hause cemper.com. Sie sind eine wertvolle Unterstützung beim Linkabbau – im Speziellen Link Detox. Sie bieten unter anderem die Möglichkeit, die bereits enorme Datenbasis durch eigene Links anzureichern (z. B. aus der SISTRIX Toolbox und besonders der Google Search Console) und eine bestehende disavow Liste in die algorithmischen Berechnungen einfließen zu lassen.

Abstrafungsrisiko vor dem Linkabbau

Beispiel der DTOXRISK einer Website vor dem Linkabbau // Link Research Tools

Abstrafungsrisiko nach dem Linkabbau

Beispiel der DTOXRISK einer Website nach dem Linkabbau // Link Research Tools

moz Spam Score

Der moz Spam Score liefert wertvolle Erkenntnisse über das Abstrafungsrisiko einer Domain. Er kann durch Nutzung der kostenlosen moz Toolbar für Google Chrome und Mozilla Firefox erhoben werden (download).

moz Toolbar
mozbar

Bequemer ist es allerdings, die Backlinks einer Domain, eines Hosts oder einer linkgebenden Seite mit dem neuen Dienst „Spam Analysis“ des Open Site Explorer zu betrachten. Erforderlich ist dafür ein moz Pro-Account. Das Tool bietet eine Vielzahl von Filter- und Export-Möglichkeiten.

moz Spam Score Zusammenfassung
moz Spam Score Zusammenfassung
Showcase moz Spam Score
moz Spam Score Showcase

SISTRIX Toolbox

Der Sichtbarkeitsverlauf der SISTRIX Toolbox (mehr) ist eine hilfreiche Metrik zur Bewertung der Entwicklung einer Domain. Ein geschultes Auge erfasst schnell Auf- und Abwärts Gaps bzw. Peaks oder Korrelationen mit Algorithmus-Updates. Diese Daten liefern Informationen, die bei der Linkbewertung sehr wertvoll sein können.

SISTRIX Sichtbarkeitsindex von paypal.de unter Google.de // SISTRIX Toolbox
SISTRIX Sichtbarkeitsindex von paypal.de unter Google.de // SISTRIX Toolbox

Prüfroutine

Solltest Du feststellen, dass der organische Traffic oder andere Erfolgskennzahlen Deiner Website signifikant und schlagartig gesunken sind, kann diese Prüfroutine hilfreiche Erkenntnisse bringen:

(A) Liegt für das Website-Profil in der Google Search Console eine Information aufgrund unnatürlich eingehender Links vor?
JaEin Link-Audit ist erforderlich, weil offensichtlich eine Manuelle Maßnahme vorliegt. Nur durch ein Reconsideration Request kann diese aufgehoben werden.
NeinNächster Schritt
(B) Liegt eine Korrelation mit einem Penguin-Update vor? (Das kannst Du zum Beispiel hier prüfen.)
JaEin Link-Audit ist erforderlich. Eine erfolgreiche Linkbereinigung zeigt sich frühestens nach dem nächsten inkrementellen Update.
NeinEs liegt offensichtlich eine andere Ursache vor. Kontaktaufnahme für weitere Schritte.

Kontinuierliche Link-Audits

Die kontinuierliche Überwachung eines Backlinkprofils ist meines Erachtens eine clevere Strategie zur Vermeidung einer Manuellen Maßnahme bzw. einer Google Penguin-Penalty. Oft ist die Durchführung eines Link-Audits pro Quartal ausreichend, bei dem das potenzielle Abstrafungsrisiko erhoben wird. Bei Bedarf wird das Linkprofil bereinigt. Diese Strategie ist risikoavers und günstiger, als bei einer Abstrafung aktiv werden zu müssen.

Schlussbemerkung

Linkabbau kann bei einer Manuellen Maßnahme oder einer Penguin-Penalty erforderlich sein. Die Methode sollte stets individuell bewertet werden. Ich habe schon zahlreiche Domains wiederhergestellt, deren mittelfristiger Einbruch eine Firmen-Insolvenz bedeutet hätte. Mit viel Weitsicht, Erfahrung und Verständnis für die Situation ist Linkabbau eine erfolgreiche Maßnahme. Bedenkt man, dass viele Website-Betreiber unverschuldet betroffen sind.

Indexlift ist eine erfahrene und auf Linkabbau spezialisierte SEO Agentur. Mandanten erhalten maßgeschneiderte Lösungen beim Linkaufbau/Linkabbau. Ich freue mich auf eine Kontaktaufnahme.

Kommentare(2)

  • Andre
    22. Juni 2017, 04:42  Antworten

    Liegt eine Korrelation mit einem Penguin-Update vor? (Das kannst Du zum Beispiel hier prüfen.)

    Ich habe mal meine Website geprüft – Änderung im SISTRIX Sichtbarkeitsindex: -51.22%, 2017-05-29
    Unknown Google Update.

    Jetzt ist die Frage wie erkenne ich, welche Backlinks Schuld sind? Laut DomaimValue von Sichtbarkeit 2.4 auf 0,3 was sehr extrem ist.

    • Jens Fröhlich
      22. Juni 2017, 08:56

      Hallo Andre,

      schick mir die Domain doch mal per Kontaktformular zu. Ich schaue mir das mal an.

      Viele Grüße
      Jens

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