Google Quality Rater Guidelines

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  7. März 2020

Die Google Quality Rater Guidelines sind ein umfangreiches Dokument, das als Leitfaden für die Google Quality Rater dient. Erstmals 2012 von Google veröffentlicht, wurde die Urversion der Quality Rater Guidelines mehrfach überarbeitet. Erfahre jetzt alles Wichtige über die Quality Rater Guidelines.

Titelbild: Google Quality Rater Guidelines

Wer sind Quality Rater und was ist ihre Aufgabe?

Quality Rater werden von Google ausgewählt, sind aber nicht bei Google angestellt. Ihre Aufgabe ist es, Google Suchergebnisse zu bewerten. Die Suchergebnisse können sie nicht beeinflussen. Vielmehr helfen ihre Bewertungen, um Muster herauszustellen, wo das Maschinelle Lernen vom Google Suchalgorithmus noch nicht ausgereift ist und bisher keine optimalen Suchergebnisse liefert.

Inzwischen verwendet Google nicht mehr die Bezeichnung „Quality Rater“ in den Quality Rater Guidelines. Die offizielle Bezeichnung lautet „Such-Evaluatoren“ (Search Evaluators).

Wozu dienen die Quality Rater Guidelines?

Die Quality Rater Guidelines verraten nicht wie der Google Ranking-Algorithmus funktioniert. Sondern sie dienen als Leitfaden für die Quality Rater. Die Inhalte beschreiben, wie Quality Rater Bewertungen durchführen sollen, wie und anhand welcher Kriterien Sie die Google Suchergebnisse, Einstiegsseiten und die komplette Website bewerten sollen.

Welche Inhalte sind besonders wissenswert?

PQ-Rating

Ein wichtiger Bestandteil der Quality Rater Guidelines ist das PQ-Rating (Page Quality-Rating). Damit soll die Seitenqualität der Einstiegsseite bewertet werden, auf die ein Google Nutzer gelangt, wenn er auf einen Treffer in der Websuche klickt. Doch nicht nur die Einstiegsseite ist von Bedeutung. Vielmehr sollen die Quality Rater auch internen Links folgen, andere Seiten bewerten und sich einen umfassenden Eindruck der vollständigen Website verschaffen. Relevant ist dabei auch, wie transparent der Publisher sein Unternehmen präsentiert (Über uns-Seite) und ob alle erforderlichen Daten im Impressum bereitgestellt werden.

Den Seiteninhalt zur Bewertung der Page Quality klassifiziert Google in drei Bereiche:

  1. Main Content (MC): Kerninhalt der Seite: Hier liegt der Fokus der Quality Rater
  2. Supplementary Content (SC): Identifikation von Navigation, Footer, Widgets, etc.
  3. Advertisements (Ads): Methode, Platzierung und Menge von Werbung auf einer Seite

Die Quality Rater sollen die Page Quality auf einer Skala von 1 (Lowest) bis 9 (Highest) bewerten. Je höher der PQ-Wert, desto besser für den Publisher.

Overall Page Quality Rating von Lowest bis Highest Quality // Google Quality Rater Guidelines
Overall Page Quality Rating // Google Quality Rater Guidelines

Websites mit vielen Plagiaten oder mutmaßliche Täuschungsversuche (wie Cloaking) erhalten ein niedriges PQ-Rating. Ebenso Seiten, deren Inhalte nur für den Zweck guter Suchmaschinen-Rankings erstellt worden sind und möglicherweise Keyword-Stuffing darstellen.

EAT-Score

EAT steht für Expertise + Authoritativeness + Trustworthiness und ist Bestandteil vom PQ-Rating. Der EAT-Score wird für den Autor einer Seite (Landingpage) und für den Publisher der Website bestimmt.

Die Vermittlung von Expertenwissen, die Erlangung eines Autoritätsstatus und einer hohen Vertrauenswürdigkeit ist sehr hilfreich. Zeichnet sich beispielsweise ab, dass der Autor zum Seitenthema keine Expertise besitzt oder der Kerninhalt (MC) oberflächlich formuliert ist, so dass der Besucher keinen erkennbaren Mehrwert daraus zieht, wird das zu einem niedrigen PQ-Rating führen. Wie umfangreich und tiefgründig der Inhalt ausgestaltet werden sollte, hängt grundsätzlich vom Thema ab. Die Webseite eines Fotografen muss andere Anforderungen erfüllen, als die Website einer Versicherung oder Bank.

Das elementare Ziel bei der Content-Erstellung und -Pflege einer Webseite sollte somit die Bereitstellung hochwertiger, einzigartiger, hilfreicher Inhalte sein. Die Seitenqualität hat höchste Priorität, so dass die Suchanfrage des Google-Nutzers zufriedenstellend beantwortet wird.

Vielschichtige externe Referenzen tragen auch dazu bei, von Google als Experte (zu einem Thema/in einer Branche) wahrgenommen zu werden. Je mehr themenrelevante Backlinks und Erwähnungen eine Seite von externen Expertenseiten erhält, desto besser. Ebenso können Auszeichnungen, authentische Kundenbewertungen und die Kommunikation von Mitgliedschaften in Branchen-Verbänden positiven Einfluss haben.

Doch nicht nur der Kerninhalt (MC) einer Seite wird von den Google Quality Ratern bewertet. Übertrieben viel Werbung, sexistische und pornografische Werbung, irreführende Werbung, scrollende und schwer schließbare Overlays oder eine schwer verständliche Seitenarchitektur wirken sich ebenfalls negativ auf das PQ-Rating aus.

Werbung ist grundsätzlich kein Problem für Google, denn sie dient der Monetarisierung. Ohne Werbung könnten einige Websites nicht existieren, weil finanzielle Mittel fehlen. Es kommt also auf die Art und Menge der Werbung an, die auf einer Seite bereitgestellt wird. Werbung sollte jedoch nicht die Nutzbarkeit einer Seite spürbar verändern – Stichwort: Interstitials. Das umfasst klassische Textanzeigen, animierte Werbung und ebenso Affiliate-Links. Google weist in den Quality Guidelines darauf hin, dass monetarisierte Links jeglicher Art als „Anzeigen“ interpretiert werden.

Neben Werbung wird Supplementary Content (SC) thematisiert. Dieser trägt zu einer guten User Experience (Benutzererfahrung) bei. Hierbei sind vor allem Links der Hauptnavigation gemeint, die den Besucher ermöglichen, andere Seiten der Website aufzurufen. Allgemein beschreibt Supplementary Content den Inhalt einer Webseite, der weder Main Content (MC) noch Werbung (Ads) darstellt.

Hilfreich zu wissen

Ergänzend empfehle ich den Artikel zur Erstellung hochwertiger Inhalte im offiziellen Google Webmaster Central Blog zu lesen. Google liefert wichtige Informationen zu inhaltlichen Anforderungen an Content: More guidance on building high-quality sites.

Auszug (frei übersetzt): Unsere Algorithmen zur Bewertung von Website-Qualität zielen darauf ab, Menschen dabei zu helfen, „qualitativ hochwertige“ Websites zu finden, indem sie das Ranking von Inhalten mit niedriger Qualität reduzieren. Die jüngste Änderung von „Panda“ stellt sich der schwierigen Aufgabe, die Website-Qualität algorithmisch zu bewerten. Um einen Schritt zurück zu treten, wollten wir einige Ideen und Forschungen erläutern, die die Entwicklung unserer Algorithmen vorantreiben.

Im Folgenden sind einige Fragen aufgeführt, anhand derer die „Qualität“ einer Seite oder eines Artikels beurteilt werden kann. Diese Art von Fragen stellen wir uns, wenn wir Algorithmen schreiben, mit denen versucht wird, die Qualität der Website zu bewerten. Betrachten Sie es als unseren Ansatz, das zu kodieren, was unsere Benutzer unserer Meinung nach wollen. Natürlich offenbaren wir nicht die tatsächlichen Ranking-Signale, die in unseren Algorithmen verwendet werden, da wir nicht möchten, dass Leute unsere Suchergebnisse manipulieren. Wenn Sie jedoch die Denkweise von Google nachvollziehen möchten, bieten die folgenden Fragen eine Anleitung, wie wir das Thema betrachten.

Diese Fragen sind in der SEO-Landschaft als 23 Panda Fragen zur Bewertung der Content-Qualität bekannt:

  1. Würden Sie den Informationen in diesem Artikel vertrauen?
  2. Ist dieser Artikel von einem Experten oder Enthusiasten geschrieben, der sich mit dem Thema auskennt, oder ist er eher oberflächlich geschrieben?
  3. Besitzt die Website doppelte, überlappende oder redundante Artikel zu denselben oder ähnlichen Themen mit identischen Keyword-Varianten?
  4. Würden Sie sich wohl dabei fühlen, Ihre Kreditkarteninformationen auf dieser Website anzugeben?
  5. Weist dieser Artikel Rechtschreib-, Stil- oder Sachfehler auf?
  6. Werden die Themen von echtem Interessen der Besucher bestimmt, oder wurden Inhalte dafür erstellt, um gute Suchmaschinen-Platzierungen zu generieren?
  7. Bietet der Artikel neue Inhalte und Informationen, Originalberichterstattung, -recherche und -analyse?
  8. Bietet die Webseite einen wesentlichen Mehrwert im Vergleich zu anderen Seiten in den Suchergebnissen zu diesem Thema?
  9. Wie viel Qualitätskontrolle wurde an den Inhalten vorgenommen?
  10. Beschreibt der Artikel das Thema aus verschiedenen Perspektiven?
  11. Ist die Website eine anerkannte Autorität zu diesem Thema?
  12. Wurden die Inhalte dieser Website von vielen Autoren auf Masse produziert oder an ein großes Website-Netzwerk verteilt, so dass einzelne Seiten nur wenig Aufmerksamkeit und Pflege erhalten?
  13. Wurde der Artikel sachkundig redigiert oder erscheint er schlampig oder hastig produziert?
  14. Wenn es sich um Themen der Gesundheit handelt, würden Sie dann den Informationen auf dieser Website vertrauen?
  15. Würden Sie diese Website als maßgebliche Quelle anerkennen, wenn Ihr Name erwähnt werden würde?
  16. Bietet dieser Artikel eine vollständige und umfassende Abhandlung des Themas?
  17. Enthält dieser Artikel aufschlussreiche Analysen oder interessante Informationen, die über das Offensichtliche hinaus gehen?
  18. Handelt es sich um die Art von Seite, die Sie als Lesezeichen im Browser speichern und mit Freunden teilen oder empfehlen würden?
  19. Verfügt dieser Artikel über zu viele Anzeigen, die vom Hauptinhalt ablenken oder ihn stören?
  20. Würden Sie diesen Artikel in einer gedruckten Zeitschrift, Enzyklopädie oder einem Buch erwarten?
  21. Sind die Artikel der Website kurz, unwesentlich oder fehlen sonst hilfreiche Details?
  22. Werden die Seiten mit großer Sorgfalt und Liebe zum Detail bzw. mit weniger Liebe zum Detail erstellt?
  23. Könnten sich Besucher beschweren, wenn sie Seiten von dieser Website aufrufen?

YMYL-Pages

In den Google Quality Rater Guidelines wir der Begriff YMYL-Pages erwähnt. YMYL steht für YOUR MONEY YOUR LIFE und bezeichnet Seiten, deren Inhalt sich möglicherweise auf das zukünftige Wohlbefinden, die Gesundheit, die finanzielle Stabilität oder die Sicherheit des Website-Besuchers auswirken kann.

Google setzt sehr hohe Bewertungsstandards für YMYL-Pages. Qualitativ minderwertige YMYL-Pages können negative Auswirkungen auf das Wohlbefinden, die Gesundheit, die finanzielle Stabilität oder die Sicherheit des Website-Besuchers haben. Publisher dieser Branchen müssen hohe Standards erfüllen, um gute organische Rankings aufzubauen. Offensichtlich wirken auch externe Rankingsignale in die Bewertungen ein – wie Backlinks, Erwähnungen, Anzahl der Suchanfragen einer Marke (brand), etc.

Beispiele für YMYL-Pages

  • Einkaufs- oder Finanztransaktionsseiten: Seiten, auf denen Website-Besucher Einkäufe tätigen, Geld überweisen und bezahlen können
  • Finanzinformationsseiten: Seiten mit Ratschlägen oder Informationen über Investitionen, Steuern, Ruhestandsplanung, Hauskauf, Versicherungen, etc.
  • Medizinische Informationsseiten: Seiten mit Ratschlägen oder Informationen zu Gesundheit, Drogen, Krankheiten, Ernährung, usw.
  • Rechtliche Informationsseiten: Seiten mit Rechtsberatung oder Informationen zu Themen, wie Scheidung, Sorgerecht, Einbürgerung, usw.
  • Nachrichtenartikel oder öffentliche/offizielle Informationsseiten: Seiten mit Informationen über Regierungsprozesse, Richtlinien, Personen und Gesetze, Regierungsprogramme und soziale Dienste, Nachrichten über wichtige Themen, wie internationale Ereignisse, Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Technologie, usw.

Needs Met (NM)-Rating

Wie wird das Wetter heute? // Google SucheDas Needs Met (NM)-Rating dient der Bewertung mobiler Suchergebnisse. Die Quality Rater sollen bewerten, wie hilfreich und zufriedenstellend das Ergebnis für einen mobilen Nutzer (Smartphone) ist. Die Bewertungen reichen von „Fully Meets“ bis „Fails To Meet“. Beim NM-Rating sind auch die Search Snippets relevant, so dass die Evaluatoren klären sollen, wie gut die SERP Snippets der einzelnen Treffer zur Suchanfrage passen.

Google möchte das Bedürfnis des Suchenden durch perfekte Suchergebnisse erfüllen – bei einer informationellen Suchanfrage wäre das die Beantwortung der Suchphrase („Wie wird das Wetter heute?“), idealerweise im Knowledge Graph oder im Search Snippet, damit der Google Nutzer die Antwort bereits in den Suchergebnissen erhält.

Somit dient die Needs Met Rating Guideline dazu, sich auf die Bedürfnisse mobiler Nutzer zu konzentrieren und zu überlegen, wie hilfreich und befriedigend das Ergebnis für mobile Suchmaschinen-Nutzer ist. Die Bewertung erfolgt auf Basis folgender Skalierung:

RatingBeschreibung
Fully Meets (FullyM)Eine spezielle Bewertungskategorie, die nur für bestimmte Anfragen und Ergebnisse gilt. Alle oder fast alle mobilen Nutzer wären vom Ergebnis sofort und vollständig zufrieden und brauchen sich keine anderen Ergebnisse anschauen, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen.
Highly Meets (HM)Sehr hilfreich für viele oder die meisten mobilen Nutzer. Einige Nutzer möchten sich möglicherweise zusätzliche Ergebnisse ansehen.
Moderately Meets (MM)Hilfreich für viele Nutzer oder sehr hilfreich für einige mobile Nutzer. Einige oder mehrere Nutzer möchten sich weitere Ergebnisse ansehen.
Slightly Meets (SM)Hilfreich für wenige mobile Nutzer. Es besteht eine Verbindung zwischen der Suchanfrage und dem Ergebnis, aber keine starke oder befriedigende Verbindung. Viele oder die meisten Nutzer würden sich weitere Ergebnisse ansehen.
Fails to Meet (FailsM)Erfüllt in keiner Weise die Bedürfnisse der mobilen Nutzer. Alle oder fast alle Nutzer würden sich weitere Ergebnisse ansehen.

Google weist die Quality Rater in den Quality Rater Guidelines darauf hin, dass sie auch Zwischenbewertungen vergeben können, wenn sie der Meinung sind, dass die Bewertung zwischen zwei Ratings fällt.

Für jeden Webmaster zeigen diese Daten, dass informative und aussagekräftige Search Snippets sehr wichtig für Top-Platzierungen in den (mobilen) Google Suchergebnissen sind. Seitentitel und Seitenbeschreibung sollten für das Kernthema einer Seite optimiert werden.

Zusammenfassung

  • Der EAT-Score ist ein zentrales Bewertungskriterium, um Vertrauenwürdigkeit und Content-Qualität zu ermitteln.
  • Bei YMYL-Pages kann ein niedriger EAT-Wert zu einem schlechten Rating führen.
  • Besitzt ein Autor offensichtlich keine Expertise zum Thema, kann das zu einem niedrigen PQ-Rating führen.
  • Der Aufbau einer positiven Reputation und Expertise ist für Autoren und Publisher wichtig geworden.
  • Alle indexierbaren Seiten sollen aussagekräftige, für den Kerninhalt optimierte, Search Snippets besitzen.
  • Eine verständliche und gut-nutzbare Website-Architektur hat einen positiven Effekt.
  • Verlinkungen von externen themenrelevanten Expertenseiten (Authorities) wirken sich positiv aus.
  • Seiten mit irreführende Techniken (wie Cloaking) werden durch die Quality Rater schnell erkannt und entwertet.
  • Werbung erzeugt kein negatives Rating, wenn der Fokus nicht auf Erlöse durch Werbung, sondern auf hochwertigen Inhalten liegt.
  • Bekannte Marken besitzen offenbar ein hohes EAT-Rating, weshalb sie trotz eines niedrigen OnPage-Optimierungsgrades sehr gut ranken können.

Weiterführende Literatur

SEO Glossar