Accelerated Mobile Pages

AMP steht für Accelerated Mobile Pages. Das Open-Source-Projekt soll die Wartezeit für den Aufruf mobiler Websites verkürzen. Durch Minderung der Protokoll-Anfragen beim Laden der Webseite auf einem Mobilgerät sollen zwischen 15% und 85% Ladezeit eingespart werden können. Bereits während des Ladevorgangs wird die Webseite nutzbar sein.

Timeline - AMP

10 Dezember 2015
AMP'
AMP

10.12.2015

SearchEngineLand berichtet hier dass Google AMP-Seiten ab Februar 2016 in die Suchergebnisse integrieren wird. Der Blogger Greg Sterling beruft sich auf einen Beitrag von Google, der hier zu lesen ist. Ferner führt Sterling aus, dass AMP einen Rankingboost im Suchalgorithmus erhalten könnte, der kontinuierlich erhöht wird. Ebenso wäre möglich, dass Google ein Schnelle Ladezeit-Label für AMP-Seiten einführt – ähnlich wie das Mobile friendly-Label.

Offenbar forciert Google das Thema Ladezeit-Optimierung von mobilen Seiten ernsthaft in 2016 und wird Seiten mit hohem PageSpeed in den eigenen Suchergebnissen bevorzugt ausliefern. AMP kann dafür ein probates Mittel sein.

Smartphones und Tablet-PCs haben die Art, wie wir Zugang zu Informationen bekommen, revolutioniert. Nachrichten werden heute nicht mehr primär offline konsumiert, sondern mittels mobiler Endgeräte unterwegs abgerufen. Große Verlage müssen umdenken und ihre Nutzer online erreichen. Lange Ladezeiten mindern das Nutzererlebnis aber spürbar, wodurch Konsumenten und wichtige Werbeeinnahmen verloren gehen. Deshalb gab es 2015 viele Gespräche zwischen großen Verlagen und führenden Technologie-Unternehmen, um eine Lösung aus dieser Misere zu finden. Im Oktober 2015 [Quelle] stellte Google eine Open Source Initiative vor: das Accelerated Mobile Pages Project. Seitdem ist AMP ein bekannter Begriff in der Tech-Branche.

Inzwischen beteiligen sich fast 30 Verlage wie die Zeit Online, FAZ, New York Times, Economist, Financial Times, Washington Post, Wall Street Journal, etc. an diesem spannenden Projekt. Technologie-Riesen wie Twitter, Pinterest, WordPress.com, Chartbeat, Parse.ly, Adobe Analytics und LinkedIn gehören zur ersten Gruppe der Partner, die AMP HTML-Seiten unterstützen.

AMP Publisher - Stand: 11-2015
AMP Publisher // Stand: 11-2015

Accelerated Mobile Pages Project

Das Accelerated Mobile Pages Project, kurz AMP, steht jedem Publisher hier zur Verfügung. Web-Inhalte sollen schnell, flexibel und einfach nutzbar sein. Überall, auch bei geringer Bandbreite. Jeder kann mitwirken: In Form von Ideen, Wissen oder Feedback. Neue Entwicklungen des AMP Frameworks werden regelmäßig auf GitHub veröffentlicht.

Fokus auf statische Inhalte

Das Web ist vielschichtig: Eine Anwendungsplattform, eine E-Commerce-Plattform, eine Content-Plattform, eine Gaming-Plattform und vieles mehr. Die Entwickler des Accelerated Mobile Pages Project haben deshalb beschlossen, sich ganz auf statische Inhalte zu konzentrieren. Dadurch sollen radikalere Optimierungsansätze, als bisher, möglich sein. AMP HTML basiert dabei auf bestehenden Web-Technologien, die in allen modernen Web-Browsern und Web-Ansichten nutzbar sein sollen.

Starke Einschränkungen für JavaScript

Die Entwickler des Accelerated Mobile Pages Project erkannten in ihren Experimenten schnell, dass die Integration von JavaScript-Bibliotheken oft zu Performance-Problemen führt. JavaScript ist ein wichtiger Bestandteil fortschrittlicher Web-Anwendungen – selbst für statische Inhalte. Überschriften, Texte, Bilder kommen meist ohne JavaScript aus aber sobald interaktive Features, Umfragen, ein Quiz oder ähnliches zum Einsatz kommen, ist meist JavaScript im Spiel und diese Funktionen führen oft zu Leistungsverschlechterungen. Deshalb setzt AMP HTML starke Einschränkungen beim Einsatz von JavaScript.

CSS mit wenigen Einschränkungen

AMP HTML-Dokumente sollen so aussehen wie sie vom Autor gedacht sind. Deshalb erlaubt AMP HTML die Verwendung von CSS – allerdings mit einigen Einschränkungen. Ein CSS-Stylesheet darf maximal 50.000 Byte lang sein, Übergänge und Animationen dürfen nicht verwendet werden.

Zählpixel für Analyse-Code

Werbung und Analyse-Code erzeugen oft spürbare Performance-Verschlechterungen. Weil sie aber wichtige Elemente der Monetarisierung im Internet sind, soll Werbung und Analyse-Code mit einer hohen Nutzerfreundlichkeit neu ausgerichtet werden.

Derzeit können Zählpixel in AMP-Dokumente implementiert werden, wenn sie kein JavaScript verwenden. Weitere Funktionen werden momentan nicht unterstützt. Ziel von AMP ist jedoch eine einfache, einheitliche, überprüfbare und performante Open Source Analytics-Bibliothek mit AMP HTML zu entwickeln, auf die diverse Analytics-Providern zugreifen können, ohne das eine Überlastung durch Analytics-Code riskiert wird.

iFrames für Werbe-Anzeigen

Erste Schritte wurden gemacht, um Werbung in HTML zu verbessern aber das ist erst der Anfang. Weil AMP HTML kein JavaScript von Drittanbietern erlaubt, können Anzeigen nicht direkt im Quellcode eingebettet werden – außer sie werden durch Sandboxed iFrames bereitgestellt. Die Verwendung von iFrames löst einige der größten Performance-Probleme von Anzeigen. Ähnlich wie bei Bildern werden Anzeigen im AMP HTML beim Seitenaufbau niedriger als andere Inhalte priorisiert.

Wie schnell ist AMP HTML?

Durch AMP HTML wurden Performance-Verbesserungen zwischen 15% und 85% gemessen. Diese Daten basieren auf einer simulierten 3G Verbindung und einem simulierten Nexus 5 Endgerät. Das Besondere von AMP HTML ist, dass man kein Performance-Experte sein muss, um diese Verbesserungen zu erzeugen!

AMP-Dokumente sind so entwickelt, dass sie effizient vor-renderbar sind. Moderne Web-Browser unterstützen seit langem Pre-Rendering durch das Tag:

Mit diesen und weiteren Techniken können AMP-Dokumente mit deutlich weniger Protokoll-Anfragen (Requests) geladen werden: das Dokument selbst, benutzerdefinierte Schriften und die AMP JavaScript-Bibliothek. Um eine zuverlässige Leistung zu ermöglichen, wurde AMP HTML so entworfen, dass es von Content Delivery Networks (CDNs) einfach zwischen gespeichert werden kann.

Ein weiteres Feature, das AMP HTML einzigartig macht: Alle Elemente werden durch die AMP-Bibliothek gesteuert und überwacht. Und noch wichtiger: Jedes Element muss in ihre Größe konkret definiert werden. Dadurch müssen die Abmaße aller Elemente bekannt sein. Das heißt nicht, dass Elemente nicht responsiv aufgebaut sein können. Ihr Seitenverhältnis muss nur grundlegend für den korrekten Seitenaufbau ableitbar sein. Alle Seiten-Elemente unterliegen dieser Beschränkung. Nur so kann die Platzierung auf dem Bildschirm reserviert werden, während ihre Implementierung asynchron verläuft. Das vermeidet lange Ladezeiten und der Nutzer kann den Content noch während des Ladevorgangs der Seite konsumieren.

Warum ist AMP für Publisher eine interessante Lösung?

Je länger eine Webseite zum Aufbau benötigt, desto höher ist das Risiko für eine hohe Absprungrate. Besonders für werbefinanzierte Portale stellen lange Ladezeiten spürbare monetäre Verluste dar. Durch das AMP HTML-Framework wird die Ladezeit auf mobilen Endgeräten spürbar verbessert, wodurch Absprungraten sinken und das Nutzererlebnis steigen sollen.

Warum ist das Accelerated Mobile Pages Project Open-Source?

Die bereits beteiligten Publisher und Technologie-Unternehmen, die AMP HTML besonders forcieren, wollen die Nutzung des mobilen Web ganzheitlich verbessern – nicht nur für eine Plattform, eine Reihe von Technologien oder eine Gruppe von Unternehmen. Durch Open-Source kann Jeder positiv beitragen indem Ideen, Wissen, Anforderungen, Probleme, etc. zielführend eingebracht werden. Eine wachsende Community hält AMP lebendig und entwickelt das Framework ständig weiter.

Wann werden Accelerated Mobile Pages verfügbar sein?

Bereits am 7.10.2015 wurden erste technische Spezifikationen auf GitHub angekündigt. Seitdem werden neue Features und Funktionen regelmäßig veröffentlicht. Ab 2016 sollen AMP-Dokumente auch in der Google Suche unterstützt werden.

Welche Inhalte eignen sich besonders gut für das AMP HTML-Framework?

AMP eignet sich für alle veröffentlichten Inhalte – Nachrichten, Videos, Blogs, Fotos, GIFs, etc.

Haben Verleger mehr Arbeit, um Inhalte durch AMP HTML bereitzustellen?

Kaum. AMP HTML basiert komplett auf bestehenden Web-Technologien, die bereits von vielen Verlagen genutzt werden. Die Entwickler des Accelerated Mobile Pages Project rechnen nicht mit einer signifikanten Lernkurve für Publisher.

Wie kann man als Publisher Inhalte in AMP HTML bereitstellen?

Publisher und CMS-Anbieter können eine Schnittstelle entwickeln, um AMP HTML in ihre Inhalte zu integrieren. Die Entwickler des Accelerated Mobile Pages Projects hoffen das zukünftig alle Content Management-Systeme AMP HTML unterstützen werden. WordPress.com hat beispielsweise bereits angekündigt, das AMP-Framework zu integrieren.

Wie wird Werbung unter Verwendung von AMP HTML gewährleistet?

Ein wichtiges Ziel des Accelerated Mobile Pages Projects ist die Gewährleistung einer effektiven Ad-Monetarisierung im mobilen Web bei Unterstützung unterschiedlicher Werbeformate, Werbenetzwerke und Technologien.

Werden Publisher ihr eigenes Werbeinventar verkaufen können?

Ja, Publisher werden ihr Werbeinventar für ihre Website eigenständig steuern können.

Werden Abonnements und Paywalls mit AMP-Dokumenten funktionieren?

Ein Kernziel des Accelerated Mobile Pages Projects ist die Unterstützung von Abonnements und Paywalls. Verlage und Technologie-Unternehmen arbeiten bereits gemeinsam an Lösungen.

SEO: Wie vermeidet man Duplicate Content?

Nutzer des AMP-Frameworks sollten gewährleisten, dass ein Canonical Tag auf die Original-URL ohne AMP erzeugt wird, um Duplicate Content zu vermeiden. (Quelle)

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